Mit Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs

Bussmann's auf Achse

Deutschland 2022

Nordwärts

Die Bilder zur Tour sind hier zu sehen.

Samstag, 14.5.2022
Darauf haben wir lange gewartet. Endlich geht es mal wieder mit dem Wohnwagen auf Reisen. Lore und ich stehen um 6:30 Tübingen.jpgUhr auf, da wir möglichst früh losfahren wollen. Es könnte nämlich sein, dass schon viele Camper unterwegs sind und reservieren kann man auf unserem ersten Platz nicht.
Bei schönstem Wetter fahren wir um 8:15 Uhr los. Ohne Zwischenfälle erreichen wir den Neckar-Camping in Tübingen um 11:45 Uhr. Wir erhalten einen Platz zugewiesen und richten uns gemütlich ein. Wir werden von zwei niedlichen Eichhörnchen begrüsst, die gar keine Scheu vor uns haben. Der Camping ist schon gut gefüllt und am Nachmittag müssen einige Camper abgewiesen werden, da bereits alle Plätze besetzt sind. Unser frühes Aufbrechen am Morgen hat sich also gelohnt.
Am Nachmittag fahren wir mit den E-Bikes in die wunderschöne Altstadt von Tübingen. Die malerischen Häuser, engen Gassen und schmucken Plätze nehmen uns mit ihrem Charme gefangen. Auf dem Marktplatz essen wir etwas Kleines und fahren später wieder zum Camping zurück.
Am Abend gibt es im Campingrestaurant noch ein kühles Bier.

Sonntag 15.5.2022
Von der kalten Sophie ist weit und breit nichts zu sehen, der Himmel zeig sich fast wolkenlos im schönsten Blau und die Temperaturen sind wieder im sommerlichen Bereich. Mit den Fahrrädern machen wir eine Rundtour nach Rottenburg in die Altstadt und wieder zurück. Auch Rottenburg ist ein schmuckes altes Städtchen, das einen Besuch wert ist. Wir staunen ob der grossen Anzahl Radfahrer, das haben wir in diesem Ausmass noch nie erlebt. Unterwegs legt meine Begleiterin beim Anhalten wieder einmal einen klassischen Lore-Sturz hin, zum Glück, ohne sich zu verletzen. Zurück auf dem Camping stellen wir fest, dass sich die Reihen ordentlich gelichtet haben. Der Ansturm war wohl wochenendbedingt.

Montag,16.5.2022
Wir fahren bei leichter Bewölkung in den Naturpark Schönbuch, genau nach Bebenhausen. Wir besuchen Kloster und Schloss Bebenhausen, vor der Reformation eine Zisterzienserabtei. Nach der Reformation in Württemberg (1534) dienten die Klostergebäude als Klosterschule und Jagdschloss der Könige von Württemberg. Der ganze Komplex ist sehr harmonisch und einen Besuch wert.
Danach fahren wir weiter durch den Naturpark. Unser nächstes Ziel ist das Städtchen Waldenbuch. Aber vorher entdeckt Lore einen EDEK und wir gehen unsere Vorräte auffüllen. Beim Verlassen des Geschäftes empfängt uns ein tiefschwarzer Himmel, der Regen ankündigt. Statt nach Waldenbuch fahren wir zurück zum Camping wo gerade ein heftiger Schauer niedergeht.

Dienstag, 17.5.2022
Durch den ganzen Naturpark Schönbuch gibt es viele Radwege. Deshalb packen wir unsere Räder auf den Fahrradträger und fahren wieder nach Bebenhausen. Da machen wir unsere Räder fahrbereit und stellen entsetzt fest, dass wir die Fahrradcomputer im Wohnwagen vergessen haben. Wir fahren also zurück zum Camping, wo Lore sich in den Liegestuhl legt, ich fahre mit dem Rad in die Altstadt von Tübingen und mache einige Fotos.

Mittwoch, 18.5.2022
Heute versuchen wir es noch einmal mit Radfahren im Naturpark Schönbuch und es klappt auch tatsächlich, wir haben alles Notwendige dabei. Von Bebenhausen fahren wir zur königlichen Jagdhütte, wo wir einen schönen Weitblick zur Wurmlinger Kappelle und zur Schwäbischen Alb haben. Auf dem weiteren Weg finden wir ein lauschiges Plätzchen, wo wir unser Picknick einnehmen. Unter zwei Birken liegt ein Soldatengrab. Hier ist im April 1945, in den letzten Kriegstagen, ein 19 jähriger Deutscher Soldat ums Leben gekommen.

Donnerstag, 19.5.2022
Wir sind früh auf den Beinen und brechen unsere "Zelte" ab. Es geht weiter nordwärts. Bei schönem und sehr warmem Wetter fahren wir zuerst in dichtem Verkehr, der sich immer mehr lichtet. Wir durchqueren endlose Felder mit Raps, Korn oder auch einfach Gras. Später durch- und unterqueren wir den Thüringer Wald und erreichen bald einmal unser Ziel, den Campingpark Erfurt. Eine sehr schöne, 2020 in Betrieb genommene Anlage, mit sehr freundlichen Betreibern. Wir richten uns auf unserem grosszügigen Platz ein, fahren die Markise aus und legen uns in den Schatten, die Temperaturen haben mittlerweile hochsommerliche Temperaturen erreicht. Am Abend verdunkelt sich der Himmel sehr rasch und als wir noch überlegen, ob wir die Sturmverankerung montieren sollen, fegen schon die ersten Windböen über uns hinweg. Mit grösster Mühe und vereinten Kräften gelingt es uns, die Markise einzufahren bevor das Unwetter mit Sturm, Starkregen, Blitz und Donner über uns hinweg fegt. Das Ganze dauerte bis in die Nacht hinein.

Freitag, 20.5.2022
DSC06778Leider hat Camping all seine Spontanität eingebüsst. Das müssen wir wieder einmal am eigenen Leib erfahren. Hier auf dem Campingpark Erfurt können wir bis höchstens 25.5. bleiben, da ab dem 26. (Auffahrt Wochenende) alles besetzt ist. Wir telefonieren mehr als 2 Stunden mit einer Menge Campingplätzen und erhalten immer wieder dieselbe Antwort: Auffahrt sind wir ausgebucht. Aber wir finden doch noch ein Plätzchen in der Lüneburger Heide, da fahren wir am 24.5. hin. Nach dem Administrativen fahren wir mit dem Auto nach Weimar, wo Goethe und Schiller gewirkt haben. Wir finden mit viel Glück einen Parkplatz direkt an der Altstadt, Lore ist noch immer nicht gut zu Fuss. Wir schauen uns einen kleinen Teil an, essen etwas zu Mittag und lassen bei einem Glas Weisswein die grossen Dichter auf uns wirken.

Samstag, 21.5.2022
Mit Bus und Strassenbahn fahren wir in das sehr schön zurecht gemachte Zentrum von Erfurt. Wir besuchen den Fischmarkt mit dem Rathaus und der dahinter liegenden Krämerbrücke. Sie ist die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. In den Häusern befinden sich unzählige kleine, kunsthandwerkliche Läden. Weiter geht es mit der Strassenbahn auf den Domplatz mit dem prächtigen Kirchenbauensemble von St. Mariendom und Kirche St. Severi. Wir schiessen unzählige Fotos und sammeln viele Eindrücke.

Sonntag, 22.5.2022
Auf der Landstrasse fahren wir über Gotha nach Eisenach, wo wir unser Auto auf einem Besucherparkplatz der Wartburg abstellen. Mit einem Linienbus fahren wir bis unter den Berggipfel, auf dem die Burg steht. Da Lore den steilen Aufstieg von hier zur Burg nicht schafft, benutzen wir den Shuttlebus, der uns über ein steiles und enges Strässchen zum Eingang der Burg bringt. Die Wartburg ist ein grossartiges Bauwerk, das man fast nicht beschreiben kann, man muss sie erlebt haben. Auf einem Rundgang sehen wir die verschiedenen Räume, unter anderem Luthers Stube oder den prächtigen Festsaal, der heute noch für Konzerte genutzt wird. Auch die Übersetzungswerkstatt und die Druckwerkstatt können besichtigt werden. Der Besuch der Wartburg hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Montag, 23.5.2022
Für uns ein Übergangstag vor der morgigen Weiterreise. Wir fahren ins nächstgelegene Shoppingcenter und füllen unsere Vorräte auf. Den Rest des Tages verbringen wir mit Lesen und am Abend räumen wir so viel wie möglich zusammen.

Dienstag, 24.5.2022
Bei leichter Bewölkung und angenehmer Temperatur fahren wir los in Richtung Winsen, in der südlichen Lüneburger Heide. Doch je nördlicher wir kommen, desto dunkler wird der Himmel und der Regen lässt auch nicht lange auf sich warten. Wir fahren zeitweise durch kräftige Schauer und hoffen sehr, dass wir uns in Winsen nicht bei Starkregen einrichten müssen. Das Wetter ist sehr wechselhaft und wir bekommen eine längere Trockenphase, um uns auf der grossen Parzelle des Campings Winsen an der Aller einzurichten. Ein Grossteil des Platzes ist noch frei, das soll sich aber in den nächsten Tagen wegen des Auffahrtswochenendes noch ändern.

Mittwoch 25.5.2022 - Samstag, 28.5.2022
Das Wetter ist sehr unfreundlich. Sonne, Wolken und Regen wechseln sich ab. Dazu weht ein starker bis stürmischer Nordwestwind und es ist sehr kühl. Am Donnerstag unternehmen wir eine Velotour, die wir wegen des Windes, mit 13 km, sehr kurz halten. Da wir unsere Aktivitäten bei besserem Wetter durchführen wollen, verbringen wir die meiste Zeit auf dem Platz, kochen und essen etwas Feines und lesen viel.

Sonntag, 29.5.2022
Der Wind hat über Nacht praktisch ganz abgestellt und der Himmel ist noch grau verhangen, aber es ist trocken. Mit dem Auto fahren wir ins historische Eversen. Hier gibt es an der Örtze eine Rundwanderung "Wo Eisvogel und Fischotter sich gute Nacht sagen". Aus drei Längen kann man sich eine auswählen. Da es Lores erste Wanderung nach der Fuss-OP ist, entscheiden wir uns für die kurze Variante mit 3.5 km. Lore hält tapfer mit, jedoch begegnen wir weder Eisvogel noch Fischotter. Die Wanderung ist trotzdem abwechslungsreich und interessant. Danach nehmen wir im Gasthof "Zum Dorfkrug" ein gutbürgerliches, leckeres Mittagessen zu uns.

Montag, 30.5.2022
Gedenkstätte Bergen   BelsenLore will sich erholen und bleibt auf dem Campingplatz. Ich sattle meinen Drahtesel und fahre über Belsen nach Bergen. In Belsen besuche ich die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen - Belsen. Ich mache einen Rundgang durch das ehemalige Lagergelände. Fassungslos sehe ich die Massengräber, wo nach Kriegsende die meisten Leichen beigesetzt wurden. Es gibt auch Gedenktafeln für Einzelpersonen, so z.B. auch für Anne Frank und ihre Schwester. Es ist einfach unfassbar, was hier Menschen angetan wurde.
Ich fahre weiter in die schmucklose Stadt Bergen und wieder zurück nach Winsen.

Dienstag, 31.5.2022
CelleDie Sonne lässt sich wieder einmal blicken und die Temperaturen klettern langsam wieder etwas nach oben. Wir fahren mit unseren Fahrrädern der Aller entlang durch schöne Landschaften und Wälder. Etwas nach Winsen sehen wir uns das 115 Jahre alte Elektrizitätswerk und die Schiffsschleuse an. Nach etwa 20 km erreichen wir die malerische Altstadt von Celle mit ihren märchenhaften Häusern. Beim alten Rathaus finden wir die Prangerschenke. Hier haben sich die Leute vermutlich zum Bier getroffen, nachdem sie sich angesehen haben, wer am Pranger präsentiert wurde.



Mittwoch, 1.6.2022
Naturschutzgebiet MeissendorfMit den Velos fahren wir ins Naturschutzgebiet Meissendorf. Der Himmel ist leicht bewölkt und die Temperatur angenehm. Wir fahren um den Hüttensee bis zu einem Beobachtungsturm. Mit dem Feldstecher können wir die verschiedenen Wasservögel beobachten. Anschliessend fahren wir ins Dorf, mit dem Gedanken, in einem Restaurant oder Kaffee einen Imbiss zu uns zu nehmen. Leider wirkt das Dorf wie ausgestorben, von Restaurant oder Kaffee weit und breit nichts zu sehen. Wir fahren also nach Winsen zurück und verpflegen uns da.


Donnerstag, 2.6.2022
Celle 2Dichter Nebel begrüsst uns am Morgen. Er löst sich jedoch bald einmal auf, so dass wir das Frühstück in der Morgensonne geniessen können. Es wird recht sonnig und wir fahren mit dem Auto nach Celle, weil wir die malerische Altstadt noch einmal besuchen und mit dem Fotoapparat festhalten wollen. Direkt am Rande der Altstadt finden wir ein Parkhaus, so dass Lore nicht allzuweit gehen muss, denn das Gehen bereitet ihr nach wie vor Probleme. Am Abend gehe ich mit Bernd, unserem sehr netten Nachbar, in der Campingschenke ein Bierchen trinken.



Freitag, 3.6.2022
Erdölmuseum WietzeAm Morgen ist es wolkenlos und wir geniessen unser Frühstück in der Morgensonne. Nach Abwasch, ID usw. fahren wir mit den Rädern den Allerradweg nach Wietze. Der Weg führt durch Felder und Wälder und ein vielstimmiges Vogelkonzert begleitet uns. In Wietze besuchen wir das Deutsche Erdölmuseum. Ab Mitte des 19. Jh. wurde in dieser Gegend nach Öl gebohrt. Das war wohl die erste Bohrstelle weltweit. Man kann viele Maschinen und Gerätschaften aus den Anfängen bis in die Neuzeit bestaunen, vieles lässt sich auch in Betrieb nehmen. Anschliessend fahren wir wieder durch die kühlen Wälder zurück. Unterwegs setzen wir uns auf eine Bank und hören uns wieder das vielstimmige Vogelkonzert an, das ich dank den sehr gut eingestellten Hörgeräten von Aeschlimann Hörakustik Luzern in vollen Zügen geniessen kann. Am Abend gehen wir mit unseren netten Nachbarn Barbara und Bernd zum Nachtessen. Hier noch eine kleine Anektote aus dem Restaurant. Bernd hat sein erstes Bier bereist bis auf einen Drittel leergetrunken. Er ruft die Bedienung und sagt: "Kann ich noch so eines haben?" und zeigt auf sein fast leeres Glas. Nach wenigen Augenblicken bringt ihm die Bedienung ein Glas, das nur zu einem Drittel gefüllt ist. Bernd schaut die Bedienung fragend an, worauf sie ihm ganz trocken erläutert: "Sie wollten doch noch so eines haben!" Zuerst schauten wir uns ganz entgeistert an, dann konnten wir uns vor lauter lachen kaum mehr erholen.

Samstag, 4.6.2022 - Montag 6.6.2020
Wir gehen einkaufen, so dass wir über Pfingsten genügend zu essen haben. Ansonsten machen wir Camping: lesen, essen und trinken! Am Samstagabend sitzen wir noch mit Barbara und Bernd zusammen, sie fahren am Sonntag nach Hause.

Dienstag 7.6.2022
Der Tag vor unserer Abreise. Wir gehen noch in einen Campingshop ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Danach möchten wir noch einmal beim Griechen oder beim Thailänder essen gehen. Leider haben beide geschlossen. Lore rettet uns jedoch vor dem sicheren Verhungern und verwöhnt uns mit leckeren Spaghetti mit Lachsstreifen. Gegen Abend bauen wir Markise und Seitenwände ab, verpacken Tisch und Stühle und versorgen den Teppich. Die südliche Lünenburger Heide um Winsen an der Aller hat uns sehr gut gefallen. Morgen geht es nach Frohburg zu Heide und Holm.

Mittwoch, 8.6.2022
Um 9 Uhr machen wir uns auf die Strasse Richtung Frohburg und kommen zügig voran. Ab Halle jedoch hat unser Navi plötzlich den Koller und leitet uns statt über die Autobahn über Bundesstrassen, d.h. über Land. Aber pünktlich zu Kaffee und Kuchen treffen wir dann in Frohburg ein und werden von Heide und Holm auf unseren Privatcamping gewiesen. Es gibt viel zu erzählen und am Abend gibt es ein feines Grillmenu und köstlichen Wein dazu.

Donnerstag, 9.6.2022
StraussenwirtschaftAm Morgen regnet es, aber wir packen unsere Picknicksachen und Fahrräder trotzdem ein und fahren mit den Autos bei Meissen an die Elbe. Es hat aufgehört zu regnen und nachdem wir die Bänke des Platzes getrocknet haben, können wir mit unserem Feudalpicknick starten. Nachdem unsere Mägen zufrieden sind und nicht mehr knurren, fahren wir in einen Vorort von Dresden. Da treffen wir Christine und Jochen. Gemeinsam starten wir zu einer Radtour der Elbe entlang nach Meissen und wieder zurück. Unterwegs verkosten wir einheimischen Wein. Das Nachtessen nehmen wir dann wieder in Dresden bei einem Griechen ein. Die Qualität war jedoch eher bescheiden. Wir verabschieden uns von Christine und Jochen und Fahren nach Frohburg zurück.
Freitag, 10.6.2022
Heide und Holm haben noch einiges zu erledigen, so fahren wir mit dem Wohnwagen schon mal nach Naumburg auf den Campingplatz Blütengrund. Am späteren Nachmittag stossen dann Heide und Holm mit ihrem VW-Bus auch dazu und wir besprechen die morgige Weinradtour.
Samstag, 11.6.2022
Wir starten unsere Weinradtour im Saale-Unstrut-Land und fahren zuerst nach Freyburg, wo wir nach der Besichtigung einer alten Mühle den ersten Halt in einer Straussenwirtschaft einlegen. Wir verkosten einen erfrischenden Weissen aus eigener Produktion. Weiter geht es nach nach Rossbach zu Frölich-Hake, wo wir u.a. unsere Scheurebe her haben. Auch hier ist natürlich eine Verkostung angesagt. Zuletzt geht es noch nach Bad Kösen zu Kaffee und Kuchen. Gut verpflegt fahren wir am Abend zurück zum Camping.
Sonntag, 12.6.2022. Montag 13.6.2022
Bei schönstem Wetter verabschieden wir uns von Heide und Holm und fahren Richtung Süden. Auf der Autobahn ist es angenehm, da es keine Lastwagen hat. Wir kommen gut voran und treffen bereits kurz vor drei Uhr auf dem Camping in Ellwangen ein. Die Markise wird ausgefahren und wir legen uns in die Liegestühle. Den geplanten Besuch der Altstadt lassen wir wegen der Hitze sein.
Am Montag fahren wir zeitig weiter Richtung Süden, wo mann schon die ersten dicken Wolken erkennen kann. In Lindau erstehhen wir noch ein Pickerl für den Pfändertunnel, durch den wir Bregenz umfahren. Über die Rheintalautobahn und den Hirzel geht es nach Hause.

Südtirol, Kroatien Herbst 2009

Die Bilder zur Reise sind hier zu sehen!

Dienstag, 18.8.2009, km-Stand 25115
GlurnsUm 6:00 Uhr starten wir zu unserer ersten grossen Reise mit dem eigenen WOMO. Über Flüela und Ofenpass geht es ins Südtirol. Die Steigungen und engen Stellen werden gut gemeistert. Im Südtiroler Städtchen Glurns stehen wir plötzlich vor einem Stadttor mit einer lichten Höhe von 2.80 Meter, Höhe WOMO 3.20 Meter!!! Um die Stadt zu verlassen, müssen wir wieder zurück. Lore wendet bravourös und fährt die engen Gassen zurück. Auf einem Umweg über ein anderes Dorf gelangen wir wieder auf die Hauptstrasse. Wir fahren bis Lana , zwischen Meran und Bozen und finden einen schönen Campingplatz, inmitten von Obstplantagen, mit einem herrlichen Pool. Den suchen wir auch sofort auf, nachdem wir uns installiert haben.

Mittwoch, 19.8.2009
IMG 0560Gegen 10 Uhr brechen wir auf. Unser Ziel heute ist Briol, das Hotel auf der Alp. Das ist ein Weihnachtsgeschenk unserer Kinder von 2007. Über die Autobahn fahren wir an Bozen vorbei Richtung Brenner. Ab Bozen Nord schlängeln wir uns über die Staatsstrasse durch ein enges Tal, bis Waidbruck. Von da geht’s steil bergan nach Barbian, dann durch das sehr enge Dorf zum Wiesenparkplatz. Lore meistert das mit Bravour. Die Rucksäcke werden gepackt. Nun wären wir eigentlich bereit, es dauert jedoch fast zwei Stunden, bis ich das Taxiunternehmen erreiche. Doch dann kommt das Taxi, ein geländegängiger Toyota. Der Fahrer, ein etwa 70-jähriger Einheimischer, bringt uns Geschichten erzählend nach Briol. Die Fahrt ist sehr abenteuerliche, geht es doch durch sehr schmale Wege steil bergauf, auf einer Seite immer der Abgrund. Auf Briol werden wir sehr herzlich mit einem Schnaps begrüsst (vermutlich um die wilde Fahrt zu verdauen). Wir richten uns in unserem Zimmer ein, danach geht es in den erfrischend kühlen Pool. Im Hintergrund können wir einen Teil der Dolomiten bewundern.

Donnerstag, 20.8.2009
IMG 0549Wir haben sehr gut im ursprünglich belassenen Zimmer geschlafen. Nach dem Frühstück machen wir eine Rundwanderung über Dreikirchen. Unterwegs finden wir wunderschöne Steinpilze, die wir in Briol in den Kühlschrank geben. Dreikirchen ist ein kleiner Weiler mit zwei Gasthäusern und drei zusammengebauten Kirchlein. Die drei riesigen Schlüssel erhalten wir bei der Wirtin des Messmerhofes, die uns auch sogleich Zimmer mit Douche, WC und Balkon vermieten will. Wir beschränken uns jedoch auf zwei Getränke, leider sind sie lauwarm. Die drei Kirchen sind innen sehr alt und eindrücklich. Es ist sehr schönes Wetter, aber auch sehr heiss. Deshalb kommen wir nach dem Aufstieg schweissgebadet in Briol an. Für den Rest des Tages ist faulenzen, lesen und baden angesagt.

Freitag, 21.8.2009
Nach dem Frühstück werden wir herzlich verabschiedet. Mit den Rucksäcken am Rücken und den Steinpilzen darin, nehmen wir den Abstieg unter die Füsse. Unterwegs findet Lore weitere Steinpilze! Unser WOMO erwartet uns auf dem Wiesenparkplatz. Wir räumen unsere Sachen ein, ziehen uns um und nehmen die Weiterreis in Angriff. Es ist noch immer sehr heiss. Wir beschliessen, in Bibione am Meer einen Zwischenhalt einzulegen. Das Meer ist jedoch «seichläi», es gibt Quallen und der Menschenauflauf ist grässlich.

Samstag, 22.8.2009
IMG 0565Um 10:15 Uhr machen wir uns voller Optimismus auf den Weg nach Umag in Kroatien. Doch der Optimismus ist fehl am Platz. An diesem Samstag ist so viel Verkehr auf den Strassen, dass der erste Stau noch in Bibione zu erdulden ist. Weitere folgen bei der Autobahneinfahrt, dank der blöden italienischen Zahlstellen und von der slowenischen bis zur kroatischen Grenze. Trotzdem erreichen wir die Ferienanlage Stella Maris, nördlich von Umag, gegen 16:30 Uhr. Wir finden einen schönen Platz im Pinienwald, wo wir uns einrichten. Später geht es zum Baden. Das Wasser ist etwas weniger warm als in Bibione, aber immer noch zu warm. Nachdem wir uns den Schweiss weggeduscht haben, gehen wir ins Restaurant Aurora. Da erfreuen wir uns an Calamares und Scampi vom Grill, dazu gibt es ein kühles Bier. Ein Livemusiker spielt sehr schöne Lieder von Dire Straits, Frank Sinatra usw. Später kommen wir noch zum Tanzen und ein Gefühl wie frisch verliebt, «Schmetterlinge im Bauch», befällt uns.

Sonntag, 23.8.2009
Nachdem es in der Nacht stark gewindet, geblitzt und gedonnert, aber nicht geregnet hat, ist es am Morgen schön und warm. Wir fahren an den stark bevölkerten Strand und baden im glasklaren, warmen Meer. Später fahren wir mit den Rädern zum Camping zurück und essen etwas Kleines. Danach ist lesen und faulenzen angesagt. Am Abend gibt es Spaghetti mit Steinpilz Ratatouille à la Lore, sehr lecker!
Am Morgen hat uns am Strand eine Kroatin angesprochen, welche Tickets für eine Schifffahrt verkaufte. Wir buchten für Dienstag eine Fahrt mit Bus von Umag nach Porec, mit dem Schiff weiter in den Limsky Fjord, danach weiter bis Rovini und das Ganze wieder zurück. Das kostet 35 €, Essen inklusive.

Montag, 24.8.2009
IMG 0567Am Morgen fahren wir mit dem Fahrradnach Umag. Es ist ein kleines, schönes Städtchen am Meer. Am Nachmittag fahren wir an den Strand zum Baden. Wir haben eine Stelle in einem kleinen Pinienwäldchen gefunden, wo wir schön im Schatten liegen können. Zurück vom Baden gehen wir douchen, danach relaxen und lesen wir. Wir haben sehr spannende Bücher dabei und geniessen es, wieder einmal ausgiebig zu lesen. Wir gehen rechtzeitig ins Bett (für heute ohne!!) und stellen den Wecker auf / Uhr, denn morgen geht es auf die Schiffstour.

Dienstag, 25.8.2009
IMG 0587Um 7:00 Uhr werden wir mit Fanfarenklängen aus dem Schlaf geholt. Der Himmel ist wolkenlos, bester Garant für eine grossartige Schifffahrt. Um 8 Uhr werden wir von einem Bus abgeholt, der uns nach Porec bringt. Unterwegs steigen weitere Leute zu, so dass der Bus fast voll wird. Auf dem Busterminal in Porec werden wir bereits von einem Mann erwartet, der uns zum Schiff führt. Die Organisation ist sehr gut. Wir steigen ein und sichern uns zwei Plätze auf dem oberen Schattendeck. Leider werden wir etwas später von einer italienischen Gruppe bedrängt, die sich lautstark breit macht. Ich sitze jedoch wie ein Fels auf der Bank und rücke keinen Millimeter. Um 9:30 Uhr legt das Schiff ab, um etwas später in einer grossen Ferienanlage noch einmal eine grosse Anzahl Menschen zu laden. Praktisch bis auf den letzten Platz besetzt tuckern wir der Küste entlang, an Vrsar vorbei, in den Lim-Fjord und wieder hinaus, nach Rovinj. Rechts von uns sitzt eine junge Familie, zum Teil schon recht fett, welche sich die ganze ZeitIMG 0599 mit Essen vollstopft. Uns gegenüber ein Paar aus Bayern, er stinkt (vermutlich verschwitztes Hemd aus Kunstfasern), trägt kurze Hosen, Sandalen und Schwarze Socken! In Rovinj wird das Mittagessen, in zwei Schichten, auf dem Schiff serviert. Wir gehören dank dem gelben Zettel zur ersten Schicht. Wir haben uns für das Fischmenu entschieden. Es gibt zwei gegrillte Makrelen, Salat, Brot, Weisswein und Limonade. Nach dem Essen schauen wir uns das malerische Rovinj an, während die zweite Schicht sich ans Essen macht. Um 13:30 Uhr wird zur Rückreise gestartet. Im hübschen Städtchen Vrsar legen wir einen Zwischenhalt ein. Müde, aber zufrieden kommen wir um 19 Uhr im Camping an. Wir gehen noch ins Restaurant gegrillte Calamares essen. Wir beschliessen, morgen zu einem Campingplatz im Süden von Istrien weiterzureisen.

Mittwoch, 26.8.2009 – Sonntag, 30.8.2009
IMG 0625Nach dem Frühstück brechen wir unsere «Zelte» in Umag ab und machen uns auf den Weg (ca. 80 km) Richtung Süden. In Pula machen wir bei einem grossen Einkaufscenter halt, um wieder einmal so richtig zu shoppen. Danach fahren wir weiter nach Pomer, etwa 10 km südlich von Pula. Hier finden wir einen kleinen, idyllischen Campingplatz in einem Kiefernwald. Er befindet sich auf einem, zum Meer hin abfallenden Hügel. Die Parzellen sind terrassenförmig angelegt. Der Platz erinnert uns sehr stark an das Camp du Domaine in Le Lavandou. Wir finden eine sehr schöne Parzellemit genügend Schatten und einem schönen Blick auf das Meer. Rechts von uns ist eine junge, österreichische Familie mit vier Kindern. Sie sind sehr spärlich ausgerüstet, mit zwei kleinen Igluzelten, ohne Tisch und Stühle und mit einem Einflammenkocher, wie ihn Felix jeweils in die Berge mitnimmt.
Das Wetter ist weiterhin schön und sehr heiss, so dass sich unsere sportlichen Aktivitäten auf ein Minimum beschränken. Wir gehen mehrmals täglich ins Wasser, was jedes Mal eine herrliche Erfrischung ist. Daneben halten wir uns meistens im Schatten der Kiefern auf und lesen sehr viel.
Am 27.8. fahren wir mit den Rädern nach Premantura. Es ist uns jedoch viel zu heiss, um auf die Halbinsel Kamenjak hinaus zu fahren.
Auf dem Campingplatz spricht uns ein Slowene auf Schweizerdeutsch an. Er habe 40 Jahre in der Schweiz gearbeitet und gelebt. Er ist pensioniert, gleich alt wie wir und lebt nun einige Monate im Jahr hier unten. Er habe jedoch immer wieder Heimweh nach der Schweiz und seiner Familie. Seine Kinder leben in der Schweiz.
Am Samstag 29.8., nachdem wir im Wasser waren und gefrühstückt haben, fahren wir mit den Velos ins 5 Kilometer entfernte Medulin. Wir kaufen Koteletten und frische Calamares. Die Calamares werden wir am Abend grillieren. In Medulin ist ein grosses Verkehrschaos. Überall Autos die hupen, Gestank und verstopfte Strassen. Wir verlassen die Stadt fluchtartig und fahren zu unserem idyllischen Platz zurück. Gegen 18 Uhr tragen unsere deutschen Nachbarn Tisch und Stühle ans Ufer, um dort zu essen. Nach kurzer Zeit tragen sie die Sachen in ziemlicher Aufregung wieder zurück. Sie sagen uns, dass die Bora im Anzug sei. Dabei handelt es sich um einen kalten Fallwind. Nun sehen wir die graue Wand ebenfalls. Sie nähert sich mit grosser Geschwindigkeit. Ich bin gerade dabei, die Calamares zu grillieren. Sie schmecken köstlich! Kurz bevor der Sturm loslegt, sind wir mit dem Essen fertig. Wir sitzen noch draussen und trinken Schnaps mit unseren deutschen Nachbarn. Der Sturm wird immer stärker. Um 22 Uhr ziehen wir uns ins WOMO zurück. Der Sturm heult mittlerweile durch den Kiefernwald und zerrt an Zelten, Bäumen und Wohnmobilen. Lore geht kurz zu den Österreichern mit den vier Kindern und bietet ihnen an, ins WOMO zu kommen, wenn es in ihren «Zeltchen» nicht mehr geht. Sie bedanken sich und wir legen uns schlafen. Es heult die ganze Nacht, später kommt noch Regen dazu. Mit der Bora hat sich die Luft stark abgekühlt. Wir müssen uns zum ersten Mal zudecken zum Schlafen.
Am Sonntag 30.8. ist die Bora noch immer da. Es ist bewölkt und recht kühl. Nach dem Frühstück räumen wir die Piniennadeln zur Seite. Im Laufe des Tages verziehen sich die Wolken immer mehr, der Sturm wird schwächer, es bleibt aber kühl. Wir verbringen den Tag teils draussen, teils drinnen, meist lesend.

Montag, 31.8.2009 – Donnerstag, 3.9.2009
IMG 0638Nachdem wir uns von unseren deutschen, «schnapstrinkenden» Nachbarn und auch von unseren österreichischen Nachbarn, welche uns versichern, dass sie im nächsten Jahr besser ausgerüstet sein werden, verabschiedet haben, machen wir uns auf den Weg auf die Doppelinsel Cres/Losinj. Da am WOMO die Service-Lampe leuchtet, suchen wir noch eine Renault Garage in Pula auf. Der Chef sagt uns, dass noch eine zweite Lampe geleuchtet haben müsse. Da auch die Service-Lampe bereits wieder erloschen ist, kann es auch ein Wackelkontakt sein. Weiter geht es über die Hauptstrasse statt über die Schnellstrasse. Die Fahrt ist abwechslungsreich und sehr eindrücklich. Die Landschaft bietet nach jeder Kurve neue Eindrücke und grandiose Bilder. Die Überfahrt mit der Fähre dauert 30 IMG 0664Minuten. Weiter geht es zum Teil über enge, dann wieder über gut ausgebaute Strassen Richtung Poljana, unmittelbar vor Mali Losinj. Wir finden einen Campingplatz mit aussergewöhnlich guter Infrastruktur, dafür fehlt uns die schöne Aussicht des letzten Platzes. Das Meer ist wunderbar, noch klarer als auf Istrien. Wir verbringen die Tage mit Radfahren, Wandern und immer wieder mit Baden. Das Wetter ist noch immer sehr schön, aber auch sehr warm. Mali Losinj ist eine sehr schöne und gepflegte Stadt mit sehr guten Läden. Lore hat schöne Kleider gefunden. Am Abend des 3.9. werden wir mit dem Taxi Boot für 5 Kn noch einmal nach Mali Losinj fahren und in einem Fischrestaurant zu Abend essen. Morgen fahren wir weiter auf die Insel Krk.

Freitag, 4.9.2009
IMG 0676Wir packen unsere sieben Sachen nach dem Frühstück zusammen. Bevor wir wegfahren suchen wir noch die Camper Station auf, wo wir das Grauwasser ablassen und Frischwasser einfüllen. Laut Campingführer hat unser nächster Platz keine solche Station. Danach fahren wir von Poljana zurück bis kurz nach Cres. Da nehmen wir die Strasse zum Fährhafen Merag. Das Wetter ist windig und wechselnd bewölkt. Die Landschaft ist wunderbar. Nach jeder Kurve gibt es neue und schöne Ausblicke auf das Meer und auf wilde, teils kahle, teils bewachsene Berge. In Merag können wir sogleich auf die Fähre. Die Überfahrt nach Valbiska dauert 30 Minuten. Danach fahren wir zum Hauptort Krk der gleichnamigen Insel. Zu unserer Freude ist der Campingplatz Jezevac rundum erneuert. Wir erhalten einen schönen Platz mit Blick auf das Meer.

Samstag, 5.9.2009
IMG 0682Die Bora, dieser kalte Wind, der über die Berge des Festlandes auf das Meer runter saust, ist nun schon zum zweiten Mal eingefallen. Wir benutzen den Tag, um das sehr schöne, historische Städtchen Krk, mit seinen engen Gässchen, zu besichtigen. Auch geben wir wieder einmal unserm «Shopping-Trieb» nach, finden jedoch nichts Umwerfendes. Am Abend essen wir in einem Restaurant am Hafen Calamares grilliert und einen Tomatensalat. Auf dem Heimweg kaufen wir an einem Stand noch zwei Greppes.

Sonntag, 6.9.2009
IMG 0685Da noch immer die Bora bläst, zwar nicht mehr so stark wie gestern, beschliessen wir, eine Wanderung zu machen. Vom lokalen Tourismusbüro haben wir eine Karte mit eingezeichneten Routen erhalten. Laut Beschreibung sollen die Wanderwege gut beschildert und markiert sein. Dank GPS finden wir den Startpunkt. Wir folgen dem sehr gut rot/weiss/rot markierten Weg bis zu einer Weggabelung mit Wegweiser. Wir entscheiden uns, die Wanderung nach links fortzusetzen. Es geht auf Natursträsschen durch eine karge, steinige Landschaft. Die rot/weiss7Rote Markierung fehlt seit der Gabelung, was uns jedoch nicht allzu grosse Bauchschmerzen bereitet. So kommt es, wie es kommen muss. Nach ungefähr einer Stunde und nachdem der Weg enger und enger geworden ist, geht es nicht mehr weiter. Wir gehen den Weg IMG 0689zurück bis zur Gabelung mit den Wegweisern und vergewissern uns, dass wir nichts falsch gemacht haben. Nun gehen wir den Weg rechts und können mit Freuden feststellen, dass die rot/weiss/rote Markierung in regelmässigen Abständen vorhanden ist. Wir gehen diesen Weg ungefähr eine Stunde bergan, bis zum höchsten Punkt. Danach geht es zurück zum Ausgangspunkt, wo wir unsere Fahrräder abgestellt haben. Am Abend gehen wir zum Nachtessen in den Hafen. Was haben wir wohl bestellt? Richtig, Tomatensalat und Calamares grilliert. Obwohl HR sich nicht recht wohl fühlt, er hat vermutlich auf der Wanderung einen leichten Sonnenstich eingefangen, buchen wir für morgen eine neunstündige Bootstour.

Montag, 7.9.2009
IMG 0698HR hat seinen leichten Sonnenstich «verdaut». Nach dem Frühstück fahren wir mit den Rädern zum Hafen, wo wir den Restbetrag für unseren Schiffsausflug bezahlen. Die Fahrt dauert 9 Stunden und kostet pro Person 240 Kuna, inklusive Mittagessen, Fisch oder Fleisch. Das entspricht etwa 50 Franken pro Person. Um 10 Uhr legen wir ab. Das Boot ist nicht voll besetzt, dadurch hat man etwas mehr Platz, was wir sehr schätzen. Zuerst fahren wir in die Bucht von Punat ein. Das ist eine sehr grosse Bucht mit einem sehr grossen Hafen, in welchem ungefähr 2000 Schiffe in allen Grössen und Preislagen liegen. In der Mitte der Bucht liegt eine kleine, flache, bewaldete Insel mit einem Franziskanerkloster. Weiter geht es mit unserem Boot, ein zweimastiger Lastensegler mit Baujahr 1939, Richtung Osten. Die Insel Krk wird dabei kahler und kahler, bis sie fast nur noch aus blanken Felsen besteht. Wir IMG 0724fahren zur goldenen Bucht, die nur mit Booten erreichbar ist, da sie von hohen, senkrecht ins Meer abfallenden Felsen umgeben ist. Unser Boot geht 20 Meter vom Ufer entfernt vor Anker. Mit einem Schlauchboot werden wir an den Strand gebracht, wo wir im kristallklaren Wasser baden können. In der Zwischenzeit bereitet der Kapitän mit seiner Crew, zwei Männer und eine Frau, das Mittagessen zu. Nach 90 Minuten ertönt die Schiffssirene und wir werden zum Essen abgeholt. Die Koteletten sind etwas trocken, jedoch zusammen mit dem Tomaten- und Krautsalat geht es. Nach dem Essen fahren wir weiter. Südwärts geht es über das offene Meer zu der kleinen, flachen Insel Kormati. Darauf leben nur Möwen und Albatrosse. Weiter geht es westwärts, an der Südseite der nächsten Insel entlang. Plötzlich ist Lore ganz aus dem Häuschen. Sie hat einen IMG 0732Schwarm Delphine entdeckt. Wir können sie die längste Zeit über beobachten, wie sie vor unserem Schiff schwimmen, springen und ihre Nasen ausblasen. Weiter geht es der Insel entlang, bis zu einer Steilküste mit einer Gänsegeier Kolonie. Wir bekommen zwei von ihnen zu Gesicht. Wir kommen an einer Grotte vorbei, in die man hinein schwimmen kann. Es sind jedoch nur noch wenige Mutige, die es wagen, da das Meer schon recht kühl ist. Wir fahren weiter um die Insel, zu einem letzten Ankerplatz. Plötzlich herrscht wieder Aufregung an Bord. Auf der rechten Seite, nur etwa 5 Meter vom Schiff entfernt, springt ein einzelner Delphin ein paar Mal aus dem Wasser, wo er so plötzlich wie er aufgetaucht ist, wieder verschwindet. Des guten noch nicht genug, sieht Lore vom letzten Ankerplatz aus ein Rudel Hirsche. Glücklich und zufrieden kommen wir um 19 Uhr wieder in Krk an. Zurück auf dem Campingplatz sagen uns unsere netten italienischen Nachbarn, sie hätten sich Sorgen um uns gemacht. Sie haben uns um 9 Uhr mit den Fahrrädern wegfahren, aber lange nicht mehr zurückkommen sehen. Sie hofften, dass wir keinen Unfall gehabt haben. So nette, fürsorgliche Italiener haben wir noch nicht viele getroffen, obwohl es von Italienern nur so wimmelt in Kroatien. Die Rücksichtslosen und Arroganten sind in der Überzahl, leider.

Dienstag, 8.9.2009
Wir sind nun seit drei Wochen unterwegs und sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf unserer Reise. Während des Frühstücks entdeckt Lore in der Krone des Baumes, unter dem wir stehen, einen Kobel mit vier bis fünf jungen, spielenden Eichhörnchen. Heute fahren wir weiter von Krk über eine imposante Brücke auf das Festland. Dem Meer entlang fahren wir südwärts, bis wir in Senj ins Landesinnere Richtung «Nacionalni park Plitvicka jezera» fahren. Ein letztes Mal bewundern wir die karge Schönheit der Insel Krk vom Festland aus. Durch Wälder und über Hochebenen fahren wir zum Camping Korana. Wir staunen, wie viele Leute auch hier noch unterwegs sind.

Mittwoch, 9.9.2009
IMG 0766Wir stehen früh auf, da der erste Bus um 8:30 Uhr zu den Plitvicer Seen fährt. Der Himmel ist bedeckt, es ist aber trocken. In der Nacht war es zum ersten Mal richtig kühl. Beim Eingang 1 lösen wir unsere Eintrittskarten. Wir steigen in eine enge Schlucht ein. Plötzlich fährt uns ein Schrecken in die Glieder. Was sehe wir vor uns? IMG 0794Etwas, das jeden Individualtouristen erschrecken muss, eine Horde (nicht Indianer!) Asiaten. Wir nehmen kurz Anlauf, überspringen die Hintersten und umkurven die Nächsten elegant. Schon haben wir die Spitze, sprich Anführerin mit Schirm, erreicht und umrunden auch diese, mit schon fast fernöstlicher Eleganz. Einmal an der Spitze, geben wir diese auch nicht mehr ab.
Weiter geht es entlang von imposanten Wasserfällen und wunderschönen Seen. Wir gehen nicht die Route der grossen Massen, welche einen Grossteil der Strecke auf einem der Elektroboote zurücklegen. Stattdessen umwandern wir einen Teil der Seen. Wir sind 3.5 Stunden in dieser Märchenlandschaft unterwegs.

Donnerstag, 10.9.2009 – Sonntag, 13.9.2009
IMG 0823Eigentlich wollten wir am Donnerstag noch einmal in den Park zum Wandern. Da jedoch das Wetter nicht so gut ist (stark bewölkt) entschliessen wir uns, wieder an die Küste zu fahren. Wir entscheiden uns für einen Platz in Biograd na Moru, 25 km östlich von Zadar. Wir besuchen das Städtchen, baden, fahren Rad und geniessen auch wieder einmal das Dolce far niente. Der Platz ist sehr grosszügig mit Blick auf das Meer.

Montag, 14.9.2009
Da ein Gewitter im Anzug ist, fällt uns der Aufbruch nicht schwer. Wir planen eine grössere Strecke auf die Halbinsel Peljesac zu fahren. Das auch deshalb, weil östlich von Split die Campingplätze direkt an der Küstenstrasse liegen. Wir fahren auf der Autobahn durch eine wilde, nur dünn besiedelte Gegend. In regelmässigen Abständen gibt es Übergänge für Bären und Wölfe, was uns sehr fasziniert. Wir streifen einige Gewitter, sonst ist es sehr angenehm zum Fahren, bei Temperaturen von 18-22 Grad. Während der Fahrt kommt plötzlich die Idee auf, direkt nach Dubrovnik zu fahren. Kurz entschlossen setzen wir die Idee in die Tat um. Der Küstenstrasse entlang bieten sich immer wieder wunderbare Ausblicke auf Meer und Inseln. Den Campingplatz Solitudo finden wir im zweiten Anlauf problemlos. Er sieht etwas schmutzig aus, da sich am Vormittag ein starkes Gewitter über Dubrovnik entlud. Trotzdem finden wir eine für uns passende Parzelle. Da wir den ganzen Tag nichts gegessen haben, gehen wir früh ins Restaurant zum Nachtessen. Um 21 Uhr ist Lore so müde, dass sie ins Bett geht, wo sie augenblicklich einschläft.

Dienstag, 15.9.2009
IMG 0859Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus in die Altstadt. Wir sind überwältigt von der Schönheit von Alt-Dubrovnik. Man kann das kaum beschreiben, das muss man gesehen haben.

Unter anderem besuchen wir ein Museum, in welchem die Geschichte Dubrovniks erläutert wird, welche Völker hier schon das Sagen hatten, wie Erdbeben und Tsunami Teile der Stadt zerstörten und wie Kriege der Stadt und der Bevölkerung zusetzten. Ein Raum ist als Gedenkstätte für die Opfer des Krieges von 1991 eingerichtet. Da hängen die Bilder von ungefähr 260 meist jungen Männern, welche die Stadt gegen die serbisch-jugoslawische und die montenegrinische Armee verteidigten und dabei umgekommen sind. Hier hat der Krieg plötzlich ein Gesicht. Die Stadt, auch die wunderbare Altstadt wurden vom Land und vom Meer her, sowie aus der Luft, beschossen. Das IMG 0877alles wegen ein paar Grössenwahnsinnigen, die ein Grossserbisches Reich wollten. Für uns ist es unerklärlich, dass solche Kulturgüter mit ihrer Jahrhunderte alten Geschichte, von einigen wahnsinnigen bombardiert werden konnten.
IMG 0902Nach dem Besuch der Altstadt suchen wir ein Reisebüro auf und erkundigen uns nach der Fähre Dubrovnik- Rijeka. Am Donnerstag 17.9. fährt eine los. Der Preis wäre 1815 Kuna, was etwa 360.- Franken entspricht. Wir wollen gleich buchen, da unsere ID’s jedoch in der Camping Reception sind, müssen wir das auf den Abend verschieben. Wir fahren zum Camping zurück und verbringen den Nachmittag mit Lesen. Nachdem es am Morgen leicht geregnet hat, scheint nun wieder die Sonne. Am Abend fahren wir erneut in die Stadt, buchen die Fähre und essen in einer ruhigen Seitengasse in einem gepflegten Restaurant. Die Altstadt ist auch bei Dunkelheit wunderbar. Wir schlendern noch durch die Gassen, geniessen den schönen Abend und schwärmen bereits von der Fahrt mit der Fähre, welche 21 Stunden dauern wird.IMG 0909

Mittwoch, 16.9.2009
Nach dem Frühstück gehen wir, im immer noch warmen Meer, baden. Am Nachmittag wird der Himmel immer stärker von Wolken bedeckt. Wir wollten nochmals in die Altstadt, um ein paar Bilder von der Stadtmauer her über die Altstadt zu machen. Dieses Vorhaben lassen wir nun fallen. Am Abend packen wir bis auf das Elektrokabel und die Keile alles zusammen, da wir am Morgen bereits um 8 Uhr wegfahren müssen. In der Nacht prasselt starker Regen auf unser WOMO nieder. Wir hoffen jedoch, dass das Wetter morgen wieder besser ist, damit wir eine schöne Fahrt mit der Fähre haben.

 

Donnerstag, 17.9.2009
IMG 0921Um 6:45 Uhr reist uns der Wecker aus dem Tiefschlaf. Das Gewitter und der Regen sind verklungen und es sieht recht freundlich aus. Zuerst wird das Elektrische zusammengepackt, die Stützen hochgekurbelt und das WOMO von den Keilen gefahren. Danach noch eine Dusche, bevor wir uns um 8 Uhr auf den Weg zum Fährhafen machen. Die Marco Polo liegt schon bereit. Wir werden auf eine Warteposition gewiesen. Kurz vor 8:30 Uhr, offizielle Boarding Time, kommt ein Angestellter und meldet, dass das Einschiffen auf 9 Uhr verschoben sei. Wir nehmen im Hafen Café noch einen Cappuccino und ein Gipfeli, das ist heute unser Frühstück. Pünktlich um 9 Uhr können wir IMG 0980mit dem WOMO durch den geöffneten «Schlund» auf das Schiff fahren. Wir beziehen unsere Kabine, ohne Fenster, jedoch mit WC. Um 10 Uhr geht ein Zittern durch den gewaltigen Schiffsrumpf und der durch den Kamin aufsteigende Rauch zeigt an, dass die Dieselmotoren gestartet wurden. Danach setzt sich die Marco Polo langsam in Bewegung und gleitet sanft, an den anderen Meeresriesen vorbei, aus dem Hafen. Wir stehen auf dem Oberdeck, wo wir fast den ganzen Tag verbringen, geniessen die Fahrt, vorbei an Inseln und Inselchen und IMG 1005schiessen eine Menge Fotos. Die Fähre macht drei Zwischenhalte in Korcula, Stari Grad und Split. Um 19 Uhr, die Fähre liegt gerade im Hafen von Split, gehen wir zum Nachtessen. Während dem Essen läuft die Fähre wieder aus für das letzte, aber längste Teilstück nach Rijeka. Nach dem Essen suchen wir das Dancing auf, müssen aber enttäuscht feststellen, dass es keine Musik geben wird. Also gehen wir stattdessen rechtzeitig ins Bett, da am Morgen schon um 6 Uhr das Frühstück serviert wird.

Freitag, 18.9.2009 – Dienstag, 22.9.2009
Um 5:45 weckt uns das Handy. Wir haben nicht sehr gut geschlafen, da nebst dem Stampfen der Motoren noch die ganze Nacht etwas gescheppert hat. Nach dem Frühstück geht es runter in den Schiffsbauch, den wir fast als Erste verlassen können. Unser Ziel ist ein Campingplatz ausgangs Rijeka in Richtung Pula. Als wir sehen, dass die Strasse direkt am Meer verläuft und dahinter sogleich der Berg ansteigt, alles also sehr eng ist, beschliessen wir, direkt nach Jesolo zu fahren und dort noch bis zum nächsten Dienstag zu bleiben. Wir finden einen schönen, aber zu straff organisierten Platz, den Jesolo International. Wir werden mit einem silberfarbenen Erkennungsarmband, das man selbst zum Schlafen nicht abziehen kann, markiert wie ein Stück Vieh. Zusätzlich erhält jedes von uns einen elektronischen Schlüssel, mit welchem man den Platz Richtung Meer verlassen und von dort wieder betreten kann. Weiter erhalten wir eine 40 Seiten starke Broschüre, worin alles aufgelistet ist, was der Platz bietet. Das meiste davon wird jedoch schon nicht mehr geboten. Auch der Pool ist nur noch bis Sonntag geöffnet, was wir nicht ganz verstehen, da der Platz noch bis Ende September offen ist. Wir verbringen die restlichen Tage mit Radfahren, schwimmen im Pool, lesen und faulenzen.

Die Heimfahrt verläuft problemlos, so dass wir am 22.9.2009 um 17 Uhr zu Hause sind. Der Kilometerzähler zeigt 27'836. Wir haben in diesen Ferien also 2'721 km zurückgelegt.

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Spanien, Portugal 2019

Nordspanien, Portugal, Südspanien Herbst 2019

Die Bilder zur Reise sind hier zu sehen.

Sa. 21.9.2019
Um 7:30 Uhr fahren wir bei schönstem Spätsommerwetter los. Unser Ziel heute ist Aix les Bains. Nachdem Freunde uns empfohlen haben, den Campingplatz zu reservieren, habe ich gestern noch schnell zwei Plätze reserviert. So fahren wir also sorgenfrei und ohne Störungen westwärts. Um 13 Uhr treffen wir auf dem hübschen Camping Du Sierroz ein. Kurz nach uns treffen auch Ruth und Ruedi ein und wir begrüssen uns zu unseren gemeinsamen Ferien. Da die Reception bis 14 Uhr geschlossen ist, verpflegen wir uns im Camping Bistrot, wo wir auch das freundliche Personal kennen lernen. Nach der Anmeldung installieren wir uns auf unseren Plätzen. Danach ist ein Schläfchen angesagt. Das ist nötig, Lore und ich sind noch immer etwas angeschlagen und auch Ruedi macht noch nicht den besten Eindruck, er kann den Kopf kaum bewegen. Am Abend machen Lore und ich noch einen Spaziergang dem See entlang, bevor wir dann früh zu Bett gehen.

So. 22.9.2019
DSC04598Lore und ich haben eine erholsame Nacht verbracht. Wir fühlen uns viel besser als noch gestern. Auch Ruth und Ruedi sehen viel besser aus und Ruedi kann seinen Kopf wieder bewegen. Bei leicht bewölktem Himmel fahren wir um 10 Uhr weiter Richtung Valence und Avignon. Um 14 Uhr treffen wir auf dem Camping Bagatelle ein. Der Platz liegt auf der Ile de la Barthelasse mit Blick auf den Papstpalast und die alte Brücke von Avignon. Ruedi verknackst sich noch den Fuss und humpelt etwas. Bis zum Abend ist der Fuss aber sehr stark geschwollen und Ruedi kann fast nicht mehr gehen. Wir warten mal bis morgen und suchen dann, wenn nötig, einen Arzt auf. Gegen Abend setzt kräftiger Regen ein. Der Wetterbericht verspricht jedoch für morgen schönes Wetter, wir sind gespannt!

Mo. 23.9.2019
Nach dem Frühstück fahren wir mit Ruedi in die Notaufnahme des Spitals. Nach der Anmeldung wird er sogleich in die «Eingeweide» des Krankenhauses entführt. Die Angestellte sagt uns, dass es etwa eine Stunde dauern werde. Wir richten uns auf eine längere Wartezeit ein. Doch nach ziemlich genau einer Stunde steht Ruedi wieder vor uns, versorgt mit Röntgenbildern und Rezepten für die Apotheke. Leider ist der Bericht nicht gut, ein Knochen im Fuss ist gebrochen. Der Arzt sagt, dass der Fuss bis spätestens in 14 Tagen dem Hausarzt gezeigt werden sollte. Mit einem der Rezepte müssen wir einen Fixationsschuh besorgen. In der ersten Apotheke haben sie nichts Passendes. Wir fahren zu einer der grössten Apotheken von Avignon. Hier arbeitet sogar ein Orthopäde. Er verpasst Ruedi den richtigen Schuh. In der Zwischenzeit ist schon 14 Uhr vorbei und wir genehmigen uns ein feines Mittagessen. Danach geht es zurück zum Camping. Leider werden sich morgen unsere Wege trennen. Ruth und Ruedi werden den Heimweg antreten. Ruedi glaubt, dass er mit dem Fixationsschuh selbst fahren kann. Lore und ich werden nach Carcassonne weiterreisen. Wieder einmal zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass sich leider nicht alles planen lässt. Liebe Ruth, lieber Ruedi, wir wünschen euch eine gute Heimfahrt und gute Genesung.

Di. 24.9.2019
DSC04606Wir verabschieden uns von Ruth und Ruedi und machen uns auf den Weg nach Carcassonne. Dort treffen wir auf einen sehr schönen Campingplatz (Camping La Cité) mit sehr grosszügigen Parzellen. Nachdem wir uns installiert haben, machen wir eine zwanzigminütige Wanderung in die beeindruckende, mittelalterliche Altstadt von Carcassonne, welche auf einem Hügel angelegt ist. Innerhalb der Stadtmauer ist es sehr touristisch, voller Shops, Souvenirläden und Restaurants. Am Abend kochen wir wieder einmal selber und geniessen den schönen Abend bei angenehmer Temperatur.

Mi. 25.9.2019
In der Nacht hat es etwas geregnet und der Morgen zeigt sich grau und etwas kühler. Mit den Fahrrädern erkunden wir die Umgebung und füllen unterwegs unsere Vorräte auf. Am späteren Nachmittag grillieren wir ein feines Stück Fleisch und essen dazu noch das restliche Couscous von gestern.

Do./Fr. 26./27.9.2019
Diese zwei Tage sind Reisetage wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Am ersten Tag fahren wir von Carcassonne nach Ousse bei Pau. Die ganze Strecke auf der Autobahn, flach, nicht sehr aufregend. In Ousse fahren wir auf einen kleinen, hübschen Camping, Camping Les Sapins, ein Familienbetrieb, mit freundlicher Bedienung. Unser Abendessen kochen wir uns wieder selbst, da uns das keine Beschwerden macht.
Am zweiten Tag fahren wir von Ousse über Pau, dann quer durch die Pyrenäen, durch den Somport Tunnel. Die Zufahrtsstrasse zum Tunnel wurde unter grossen Protesten der Naturschützer gebaut, welche ab 1992 die Zerschneidung des letzten Braubärengebietes beanstandeten. Von Jaca geht es nach Pamplona auf den Camping Ezcaba. Die Fahrt durch die Pyrenäen ist sehr abwechslungsreich, die tiefen Täler erinnern uns an unsere Alpen. Von Jaca nach Pamplona fährt man durch eine Gegend, die einer Mondlandschaft ähnelt. Dieser Eindruck wird noch bestärkt durch den fast ausgetrockneten Stausee von Yesa.

Sa. 28.9.2019
DSC04628Der Himmel wolkenlos, die Temperatur bei sommerlichen 25 Grad. Mit den Velos fahren wir die 10 km den Gewässern Rio Ultzama und Rio Arga entlang zur Altstadt von Pamplona (Iruña). In der Altstadt ist ein grosses Volksfest im Gange und die Leute drängen sich durch die engen Gassen, es herrschen Zustände wie an der Luzerner Fastnacht. Verschiedene Gruppen ziehen musizierend, singend und tanzend durch die Strassen, es herrscht grosse Lebensfreude. Wir ziehen durch die feiernde Stadt, lassen uns ab und zu im Aussenbereich eines Restaurants oder einer Bar nieder und geniessen das bunte Treiben. Später fahren wir denselben Weg wieder zurück, müssen aber zwei bis dreimal korrigieren, da wir vom rechten(!) Weg abkommen. Schuld war vermutlich der Wein!

So. 29.9.2019
P1030878Wenn man dem Reiseführer glauben kann, wandern wir heute unter Geiern. Mit dem Auto fahren wir bei wolkenlosem Himmel und sommerlichen Temperaturen ins 45 km entfernte Reserva Natural Foz de Lumbier. Unterwegs sehen wir, dass einzelne Felder wieder mit einem zarten Hellgrün überzogen sind. Auf dem Parkplatz des Reserva Natural steigen wir in die Wanderschuhe und machen uns auf die zweistündige Rundwanderung. Zuerst führt der Weg durch eine vom P1030871Fluss gegrabene tiefe Schlucht. Auf einem ehemaligen Bahntrasse und durch zwei Tunnels geht es dem Fluss entlang. Aus der Schlucht schauen wir zum blauen Himmel hoch und sehen über uns 20 bis 30 Gänsegeier kreisen. Wir wandern also tatsächlich unter Geiern. Einer setzt sich in der Schlucht auf einen Felsvorsprung, so dass man ihn gut sehen kann. Am Ende der Schlucht führt der Rundweg über Hänge um die Schlucht herum zurück zum Parkplatz. Dieser zweite Teil ist sehr schweisstreibend, ist doch eine Höhendifferenz von 175 Metern bei grellem Sonnenschein und über 25 Grad zu bewältigen.

Mo. 30.9.2019
DSC04633Gemütlich packen wir unsere Sachen zusammen. Die heutige Etappe ist kurz, von Pamplona nach Logroño, dem Hauptort des Rioja. Der Camping La Playa liegt direkt am Ebro und ist ein ruhiger Camping mit freundlichem Personal. Wir installieren uns und fahren dann in ein Einkaufscenter. Der Kühlschrank braucht wieder einmal etwas Nachschub. Danach spazieren wir in die am andern Ebro Ufer liegende Altstadt von Logroño. Hier begegnen wir immer wieder ankommenden St. Jakobs Pilgern. In einer Strassenbar verpflegen wir uns mit Tapas und Wein. Am Abend treffen wir unsere Zürcher Nachbarn aus Pamplona und trinken zusammen noch ein Glas Wein.

Di. 1.10.2019
DSC04649Mit dem PW machen wir eine Rundtour durch das Rioja. Sie führt uns durch die Orte Santo Domingo de la Calzada, Haro, Laguardia und Elciego. Das Rioja ist landschaftlich sehr reizvoll. Zahlreiche Hügel und Einschnitte geben dem Gelände eine abwechslungsreiche Note. Die Landschaft wird von Weinstöcken dominiert und auf der Fahrt reihen sich Bodega an Bodega. In Santo Domingo besuchen wir die Kathedrale und finden darin einen Hühnerkäfig mit einem Huhn und einem Hahn darin. Die Hühnerhaltung geht auf eine mittelalterliche Legende zurück. In Laguardia treffen wir auf eine hübsche, sehr gepflegte, auf einem Hügel liegende Altstadt. In einem lauschigen Strassenrestaurant bestellen wir das Tagesmenu für 14.95 Euro bestehend aus DSC04676Vorspeise, Hauptgang, Dessert, einer Flasche Wein und einer Flasche Wasser. Das Essen ist sehr gut und wir lassen es uns schmecken. Anschliessend wollten wir uns das Kirchenportal der Kirche Santa Maria de los Reyes ansehen. Es ist reich geschmückt mit Figuren und die Farben sind noch original aus dem 17. Jh. Leider ist die nächste Führung erst wieder um 17 Uhr, was uns zu spät ist. Zuletzt besuchen wir noch das vom Erbauer des Guggenheim-Museums, Frank O. Gehry, erstellte Luxushotel Marqués de Riscal in Elciego. Diesen futuristischen Bau würde man niemals in einem kleinen verschlafenen Nest auf dem Lande vermuten.

Mi. 2.10.2019
Bei leichter Bewölkung verabschieden wir uns von Logroño. Wir fahren nordwärts durch das Rioja. Langsam verändert sich die Landschaft. Es gibt immer weniger Rebstöcke aber immer mehr Äcker. Die Berge werden immer höher und am Himmel ziehen dunkle Wolken auf. Nach fast 10 Tagen wolkenlosem Himmel kommen wir wieder einmal in den «Genuss» von Regen! Wir sind noch knapp 10 Kilometer von unserem Ziel, Camping Igueldo in San Sebastian, entfernt, als uns das Navi auf eine schmale Strasse bergauf dirigiert. Die Strasse wird immer enger und steiler und die Spitzkehren sind fast nicht mehr in einem Anlauf zu bewältigen. Lore bleibt mucksmäuschen still, schwitzt aber «Blut» neben mir. Auch ich komme echt ins Schwitzen und kann endlich aufatmen, der Camping liegt vor uns. Wir installieren uns schnell, der nächste Regenschauer ist schon im Anzug.

Do. 3.10.2019
DSC04695Der Himmel ist nur noch leicht bewölkt und wird bis zum Abend wieder wolkenlos sein. Mit dem Bus, der gleich neben dem Camping startet, fahren wir direkt in die Altstadt. Wir schlendern durch die engen, sauberen Gassen zum Hafen. Hier besuchen wir das Aquarium. Zuerst wird in einer Ausstellung die Geschichte des Schiffsbaus und die Entwicklung des Fischfangs gezeigt. Danach können wir in verschiedenen Aquarien die Fauna und Flora des Meeres bewundern. DSC04708Eindrücklich ist der Gang durch einen Glaszylinder, bei dem man von Fischen in allen Grössen umgeben ist. Anschliessend suchen wir uns ein gemütliches Restaurant im Hafen und lassen uns die Meeresfrüchte schmecken. An der Kontxa Bucht halten wir unsere Mittagsruhe und beobachten die Wasser- und Sonnenbadenden. Am späteren Nachmittag besuchen wir noch eine der zahlreichen Pintxo (Pintscho) Bars. Die Theken quellen über von leckeren Köstlichkeiten, die man zu einem Glas Wein geniessen kann.

Fr. 4.10.2019
Es regnet den ganzen Tag. Wir nutzen das zum Lesen und Spielen, unterbrechen diese Aktivitäten nur, um ins Restaurant zum Mittagessen zu gehen.

Sa. 5.10.2019
DSC04718Wir stecken im Nebel und es nieselt fein daraus. Wir wollen weiter und packen zusammen. Als Lore zahlen will, steht schon eine lange Schlange vor der Reception. Die ist aber noch geschlossen, obwohl sie schon seit einer Stunde geöffnet sein sollte. Niemand weiss, was los ist und wir warten geduldig weiter. Die Rezeptionistin erscheint schlussendlich DSC04724mit dem Taxi, da ihr Auto den Geist aufgegeben hat. So werden wir unser Geld noch los. Wir fahren ins Biosphärenreservat Urdaibai auf den Camping Portuondo in Mundaka, eine Surf-Hochburg. Mundaka liegt an der breiten Mündung des Rio Oca. Das Wetter hat sich in der Zwischenzeit richtig herausgeputzt. Nachdem wir uns eingerichtet haben, wandern wir den kurzen Weg ins Dorf und geniessen die Postkartenidylle. Nach einem feinen Fischmenu in einem sympathischen Restaurant schauen wir noch einige Zeit den vielen Surfern zu, bevor es wieder zurück geht.

So. 6.10.2019
Zu gestern muss ich noch etwas Wichtiges dazufügen. Die Einfahrt in den Camping Portuondo ist sehr schwierig und anspruchsvoll, 17% Gefälle und sehr eng. In der Nacht sagt Lore plötzlich zu mir, da kommen wir nicht mehr hoch. Ich will jetzt schlafen, wir finden dann schon eine Lösung, versuchte ich sie abzuwimmeln. Doch nun beschäftigten die Zweifel auch mich und ich konnte ebenfalls längere Zeit nicht mehr schlafen. Jedoch stellte sich die Lösung am Morgen sehr schnell ein. Die freundliche Frau an der Reception sagte mir, sie hätten einen Schleppservice, ihr Mitarbeiter ziehe den Wohnwagen am Abreisetag nach oben. Diese Nacht werden wir wohl wieder besser schlafen!
Heute ist es leider wieder stark bewölkt und es regnet immer wieder. Also machen wir zuerst einmal eine Wäsche. Später fahren wir mit dem PW nach Gernika. Diese Stadt erlangte am 26. April 1937 traurige Berühmtheit durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor, der die Stadt in Schutt und Asche legte. Übrigens ein Freundschaftsdienst Hitlers für Franco. Wir wollen das im ehemaligen Justizgebäude am Rathausplatz liegende Museo de la Paz besuchen. Leider ist das Museum am Sonntag nur bis 14 Uhr geöffnet und wir ziehen unverrichteter Dinge wieder ab.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz kommen wir noch an einer Viehausstellung vorbei. Die ist vergleichbar mit der Viehausstellung zu Hause. Stolze Bauern präsentieren hier ihre besten Stücke. Nein, nein, nicht ihre Frauen sondern ihre Kühe und Munis!

Mo. 7.10.2019
DSC04741Am Morgen ist es nur noch leicht bewölkt, im Verlaufe des Tages wird der Himmel sogar wolkenlos. Ideale Bedingungen für einen Besuch von Bilbao. Um 10 Uhr steigen wir in den Bus ein und fahren für 2.55 Euro in 70 Minuten nach Bilbao. Während der Fahrt stellen wir einmal mehr fest, wie viel Wald es hier in Nordspanien hat und wie gebirgig es ist; sehr abwechslungsreich! Wir verlassen den Bus an der Endstation: Hauptbahnhof. Zuerst lassen wir uns in der Tourist Information einen Stadtplan geben und spazieren direkt zum Ria de Bilbao. Dem Fluss DSC04761entlang verläuft eine schöne Promenade, welche uns direkt zum Guggenheim Museum führt. Wir sind begeistert von diesem aussergewöhnlichen Bau des kanadischen Architekten Frank O. Gehry, welcher das unorthodoxe zu seinem Markenzeichen erhob. Auch Louise Bourgeois gigantische Spinnenskulptur mit dem Namen «Mama» vermag uns zu begeistern. Mit dem Tram fahren wir anschliessend in die Altstadt, wo uns vor allem das Theater Arriaga, die Kathetrale de Santiago und die San Nicholás Kirche ins Auge stechen. Bilbao, das sich vom «spanischen Ruhrgebiet» zum touristischen Zugpferd des Baskenlandes entwickelte, hat uns sehr gut gefallen.

Di. 8.10.2019
DSC04784Der Tag beginnt wolkenlos, tagsüber ziehen einige Schleierwolken auf und am Abend meldet sich der Regen zurück. Wir besteigen unsere e-Bikes und fahren über Mundaka und Bermeo zum Leuchtturm am Cabo Matxitxako (was für ein Zungenbrecher!). Bergauf, bergrunter, nie geradeaus das ist das Gelände, das wir durchfahren. Die Küste ist sehr wild und wirkt auch romantisch. Der Ausblick vom Cabo ist DSC04790einmalig und wir geniessen es in vollen Zügen. Gemäss der aufgestellten Plakate kann man hier auch Walfische und Delfine beobachten. Wir setzen uns auf die Umrandungsmauer und lassen die Schönheit der wilden Küste auf uns wirken.
Weiter geht es zur Seefahrerkapelle San Juan de Gaztelugatxe (noch so ein Zungenbrecher!). Sie wurde im 11. Jh. erbaut. Die unzähligen Treppenstufen runter und auf der andern Seite wieder rauf schenken wir uns. Der Blick von oben ist sehr eindrücklich und den halten wir fotografisch fest. Nach einem Imbiss machen wir uns auf den Rückweg nach Mundaka.

Mi. 9.10.2019
DSC04800In der Nacht hat es aufgehört zu regnen. Am Morgen kommen immer wieder kurze Schauer, am Nachmittag wird der Himmel immer blauer. Mit dem Auto fahren wir zuerst in den winzigen Fischerort Elantxobe. Die Häuser der 450 Einwohner staffeln sich an steilen Abhängen über dem Hafen. Anschliessend fahren wir ins 7400 Einwohner zählende Lekeitio. Dieser Ort entwickelte sich im 19. Jh. vom Fischerstädtchen zum Seebad. Grund dafür war die Königin Isabella II., die sich dazu entschied, ihre Sommerfrische in Lekeitio zu verbringen. Nach dem Mittagessen in einem Restaurant am Hafen fahren wir zurück. Was wir können packen wir schon mal zusammen, morgen geht es weiter.


DSC04810

Do. 10.10.2019
DSC04816Am Morgen noch leicht bewölkt, am Nachmittag wolkenlos. Heute stellt sich bei uns die Frage, weiter oder nach Hause? Bei mir hat sich gestern Abend nämlich schon zum zweiten Mal der Ischias gemeldet. Mit Voltaren Tabletten habe ich das Problem in den Griff gekriegt. Also geht es weiter. Wir machen unseren Wohnwagen reisefertig und bieten den Schleppservice auf. Mit einem grossen Toyota schleppt der Chef persönlich unseren Wohnwagen im Kriechgang den Weg hoch zum Campingeingang. Hier übernehmen wir wieder und fahren auf den Camping Playa de Troenzo in Celorio, kurz nach Llanes. Hier finden wir einen Platz mit einmaliger Aussicht.

Fr. 11.10.2019
DSC04824Ein schöner und wolkenloser Tag. Mit unseren e-Bikes fahren wir in das hübsche, 14'000 Einwohner zählende Llanes. Der Hafen schlängelt sich wie ein Fluss durch die halbe Stadt. Wir beginnen unseren Spaziergang am Fischereihafen, wo wir auch unsere Fahrräder abstellen. Dem Sporthafen entlang gelangen wir ins Zentrum mit seinen engen Gassen. Uns fällt auf, dass die Fenster der meisten Häuser in kleine Scheiben unterteilt sind. Wir setzen uns in eine Strassenbar und geniessen einen Cidre. Es sind viele Leute unterwegs und es herrscht ein emsiges DSC04835Treiben. Etwas später suchen wir ein Restaurant für das Mittagessen, heute soll es etwas aus dem Meer sein. Wir gehen zurück in den Fischereihafen, wo wir am Morgen ein gediegenes Restaurant gesehen haben. Wir bestellen uns eine Portion Crevetten, lassen uns auf ein Experiment ein und bestellen als zweite Portion 4 Krabben. Wir wissen nicht, wie man die isst. Der Kellner verspricht uns jedoch, uns zu helfen. Die Werkzeuge, die wir erhalten, erinnern an die Gerätschaften eines Zahnarztes; Zange, langstielige Gäbelchen und Löffelchen und ein scharfes Messer. Mit den Anweisungen des Kellners schaffen wir das spielend und wir geniessen das Essen in vollen Zügen. Am Nachmittag machen wir noch Fotos von der traumhaft schönen Küste.

Sa. 12.10.2019
DSC04843Stark bewölkt, in den Bergen hängt der Nebel. Eigentlich wollten wir eine grosse Tour durch den Parque Nacional de los Picos de Europa machen. Wegen des Wetters entscheiden wir uns für eine Tour zwischen der Sierra de Cuera und den Picos de Europa. Wir fahren durch wild zerklüftetes Gebirge und tiefe enge Täler und bewundern die karge Schönheit. In den Bergen ist das Wetter übrigens viel besser als an der Küste.

So. 13.10.2019
DSC04858Am Morgen hat es noch etwas Sonne, am Nachmittag nimmt die Bewölkung immer mehr zu. Wir verbringen einen ruhigen Sonntag. Zuerst bringen wir unsere Behausung in Ordnung, d.h. WC leeren und Wasser nachfüllen. Anschliessend planen wir den weiteren Verlauf unserer Reise. Da wir befürchten, dass uns die Zeit knapp wird, beschliessen wir, morgen südwärts nach Salamanca weiter zu fahren. Die Nordwestecke Spaniens lassen wir fallen. Von Salamanca aus werden wir dann westwärts nach Portugal weiterreisen. Nachmittags mache ich noch ein paar Fotos von der grandiosen Küste bei grauem statt blauem Himmel.

Mo. 14.10.2019
Wetter, von Allem etwas. Zuerst stark bewölkt, später grau in grau mit heftigen Regenschauern und Windböen, dann zeigt sich auch wieder mal die Sonne. Wir sind früh dran und fahren um 9 Uhr los. Zuerst geht es etwas zurück in Richtung Santander. Von da in süd, südöstlicher Richtung durch die Berge. Hier ist die Autobahn noch sehr kurvenreich und es geht bergauf und runter. Der höchste Punkt liegt auf 1002 M.ü.M. Nach den Bergen folgt die endlose, fruchtbare Hochebene mit Getreidefeldern, soweit das Auge reicht. Die Landschaft ist sehr eintönig, dünn besiedelt und es hat fast keine Bäume oder Wald. Wie wir in die Nähe von Salamanca kommen, öffnet der Himmel seine Schleusen und es giesst kräftig. Unser Navi bringt uns sicher durch die Stadt zum guten Camping Regio, der einem Hotel angeschlossen ist. Der Camping liegt in Santa Marta de Tormes, 4 km von der Altstadt entfernt. Pünktlich zu unserer Ankunft hat es aufgehört zu regnen und wir können uns installieren. Nachts klart der Himmel auf und es wird kalt.

Di. 15.10.2019
DSC04880Morgens um 6 Uhr beträgt die Temperatur noch 9 Grad, etwas wenig, wenn man bedenkt, dass wir am Morgen davor am Atlantik noch 18 Grad hatten. Tagsüber ist es leicht bewölkt, meist scheint die Sonne. Nach dem Frühstück gehen wir einkaufen, der Kühlschrank hat es uns befohlen. Danach fahren wir mit dem Bus in die Stadt, die Haltestelle ist gleich beim Camping. Wir besuchen die beeindruckende Altstadt mit ihren historischen Gebäuden. Alle Gebäude der Altstadt sind mit demselben goldgelb leuchtenden Stein aus Villamayor errichtet. Dass Salamanca eine Universitätsstadt ist, merkt man an den vielen jungen Leuten in den Gassen.

Mi. 16.10.2019
Heute morgen ist es immerhin schon 11 Grad! Den ganzen Tag über wechseln sich Wolken und Sonne ab. Wir fahren Richtung Portugal durch eine weiterhin eintönige spanische Landschaft. Die Agrarwirtschaft hat hier riesige Felder geschaffen. Bäume sind so gut wie inexistent. Dieses Bild beginnt sich kurz vor der portugiesischen Grenze zu ändern. Es gibt immer mehr Bäume, zuerst vor allem Eichen, später Eukalyptus und Pinien. Das Gelände wird auch wieder abwechslungsreicher und die Strasse ist nicht mehr eben, soweit das Auge reicht, sondern geht wieder einmal rauf und runter. An der Grenze fahren wir in eine andere Zeitzone, statt 13 Uhr ist es plötzlich 12 Uhr. In Nazaré finden wir einen schönen Platz auf dem Parque de Campismo Vale do Paraiso.

Do. 17.10.2019
DSC04892Während der Nacht regnet es kräftig. Bis 10 Uhr gibt es immer wieder einzelne Schauer. Danach wandern wir in die Altstadt von Nazaré. Es dauert aber doch einiges länger als die 20 Minuten, die man uns an der Reception angegeben hat. Ein älterer Portugiese hat Erbarmen mit uns und lässt uns in sein klappriges Auto einsteigen. Er fährt uns direkt ins Zentrum. Hier, vom Ortsteil Sitio, haben wir einen schönen Ausblick auf den tief unter uns gelegenen Strand und den andern Teil von Nazaré. Wir sind überrascht, wie viele Touristen wir antreffen. In einem der vielen Restaurants bestellen wir uns einen DSC04896Risotto mit Meeresfrüchten. Dass das für uns nicht nur Vergnügen bedeutet, sondern mit «Arbeit» verbunden ist, zeigt sich spätestens, als der Kellner das Werkzeug an den Tisch bringt. Neben den bekannten Gerätschaften Zange und langstielige Gäbelchen bringt er auch eine Steinunterlage und einen Steinhammer. Dann bringt er uns einen dampfenden Topf, in dem es von Krebsen und anderem Meeresgetier nur so wimmelt, den Reis man jedoch suchen muss. Mit einer Flasche Weisswein zur Unterstützung meistern wir das gekonnt und schliessen danach mit einem feinen Espresso ab.

DSC04912Fr. 18.10.2019
DSC04911In der Nacht hat es geregnet, gegen Morgen hat sich das Wetter etwas beruhigt, sieht aber noch immer unsicher aus. Vor dem Frühstück startet Lore deshalb eine Wäsche. Gegen Mittag wird das Wetter immer besser und Lores Wäsche endlich trocken. Mit den Velos fahren wir nach Nazaré an den Strand. Wir geniessen das schöne Wetter und die traumhafte Umgebung. Am Strand finden wir Gestelle, DSC04913auf denen die Frauen von Nazaré die Fische zum Trocknen auslegen, übrigens eine typische Frauenarbeit. Viele Einwohner ernähren sich nach wie vor vom Fischfang. Den Fischerfrauen wurde als Anerkennung für ihre Arbeit ein eigenes Denkmal gesetzt. Nach 13 Uhr setzen wir uns in eines der zahlreichen Fischrestaurants und lassen uns den Octopus schmecken. Am Nachmittag besuchen wir noch den Nordstrand (Braia do Norte). Hier gibt es die höchsten Wellen zum Surfen. Leider ist gerade niemand draussen.

Sa. 19.10.2019
Heute kann unser Papi Gody seinen 97. Geburtstag feiern. Aus Portugal senden wir die besten Wünsche nach Balsthal. Bleib gesund und geniesse deinen Tag, auch wir werden selbstverständlich auf dich anstossen!
Im Gegensatz zu gestern ist das Wetter heute so schlecht, dass wir unseren geplanten Ausflug buchstäblich ins Wasser fallen lassen mussten.

So. 20.10.2019
In der Nacht regnet es immer wieder und gegen den Morgen zieht ein starkes Gewitter über uns hinweg. Um 7:30 Uhr stehen wir auf, wir wollen heute weiter und müssen noch packen. Wir haben Glück, der Regen hat eine Pause eingelegt und wir können unsere sieben Sachen im Trockenen zusammenräumen. Um 8:30 Uhr sind wir reisebereit und wollen im Campingrestaurant zuerst noch frühstücken. Doch am Sonntag öffnet dieses erst um 9 Uhr, also fahren wir ohne Frühstück Richtung Algarve los.
Schon bald sind wir aus dem Regen raus und am Himmel dominiert immer mehr die Farbe Blau. Bei Lissabon fahren wir über die lange und gewaltige Brücke Ponte Vasco da Gama (12.345 km), die das Mündungsgebiet des Rio Tejo überspannt. Auf der Gegenfahrbahn kommen uns plötzlich tausende Läufer entgegen, vermutlich Teilnehmer eines Marathons. Im Schritttempo passieren wir die mehrere Kilometer lange Läuferschlange.
Etwas später, wir sind nun zwischen den Mündungsgebieten der Flüsse Tejo und Sado, sehen wir Hochspannungsmaste, die von den zahlreichen Störchen als Nistplätze benutzt werden. Da können auf einem Masten gut und gerne bis zu 8 Nester sein, richtig schöne «Mehrfamilienhäuser». Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, geprägt über weite Strecken durch Korkeichen und Pinien. In Lagos steuern wir den tollen Campingplatz Turiscampo an. Bei der Einfahrt merken wir, dass wir vor Jahren schon einmal auf diesem Platz waren. Der Platz ist sehr gut belegt, wir schätzen, dass rund 80% der Plätze belegt sind.

Mo. 21.10.2019
DSC04923Nach einer sternenklaren Nacht ist die Temperatur am Morgen im Wohnwagen 13 Grad. Doch mit der aufgehenden Sonne erwärmt sich unser Häuschen rasch. Wir sind nicht so recht zufrieden mit dem von uns ausgewählten Platz. Er ist etwas klein und wir fühlen uns eingeklemmt. Lore geht auf die Reception und erhält dort unseren Wunschplatz zugesprochen. Vor dem Umzug unterhalten wir uns noch längere Zeit mit unseren deutschen Nachbarn, die heute abreisen müssen, die Arbeit ruft! Wir zügeln also unsere gesamte Habe ein paar Grundstücke weiter. Nachdem wir wieder eingerichtet sind, fahren wir mit den e-Bikes zuerst an den Strand des kleinen Dörfchens Luz. Nach einem frisch gepressten Orangensaft fahren wir weiter, in die Altstadt von Lagos. Hier wimmelt es wieder von Touristen, vor allem Leute aus GB halten sich hier auf. Wir schlendern durch die engen Gassen und nehmen in der Nähe des Hafens unser Mittagessen ein. Danach geht es wieder zurück zum Camping.

Di. 22.10.2019
DSC04930Am frühen Morgen hören wir das Grollen eines Gewitters über dem Meer. Der Himmel ist stark bewölkt. Wir fahren in den Hafen von Lagos. Hier finden wir einen Nachbau des legendären Schiffstyps Caravelle. In den Gassen der Altstadt sind wieder viele Leute unterwegs und auf den verschiedenen Plätzen geben Strassenmusikanten und andere Künstler ihr Bestes.

Mi. 23.10.2019
DSC04948Nach ein paar Regentropfen am Morgen fahren wir mit dem PW über Vila do Bispo und Sagres ans Cabo de São Vicente, das südwestliche Ende des europäischen Festlandes. Die Klippen sind über 60 Meter hoch und der lichtstärkste Leuchtturm Europas sendet sein Licht bis zu 59 Kilometer über das Meer. Hier findet sich auch ein Wurststand mit der Aufschrift «Letzte Bratwurst vor Amerika». Wir geniessen die mystische Stimmung an diesem einmaligen Ort und lassen uns den Meerwind um die Ohren wehen.
Anschliessend fahren wir nordwärts nach Carrapateira. Zuerst fahren wir an den schönen, von steilen DSC04962Klippen begrenzten Strand. Auf dem Parkplatz wimmelt es von Womo’s und Wohnbussen fanatischer Surfer, die hier auch übernachten. Im Wasser tummeln sich zahlreiche Surfer und direkt unter uns sind Neulinge mit zwei Surflehrern am Üben. Wir verfolgen das emsige Treiben und sind froh, dass nicht wir uns durch diese Wellen kämpfen müssen. Nach einem Imbiss geht es quer durch das meist karge Inland zurück nach Lagos. Am Abend gehen wir im Campingrestaurant essen. Es gibt ein sehr reichhaltiges Buffet mit allem, was das Herz (oder der Magen) begehrt: Meeresfrüchte, Fleisch, Fisch, Pommes, Reis usw. für 15.50 Euro.

Do. 24.10.2019
DSC04991Ein wolkenloser Himmel begrüsst uns. Mit dem Auto fahren wir nach Carvoeiro, südlich von Lagoa, an die Felsenküste der Algarve. Bei einem Leuchtturm lassen wir den Wagen stehen und machen eine Klippenwanderung, ostwärts, immer etwa 30 - 50 Meter über dem Meer. Hier können wir sehen, wie das Meer in jahrtausendlanger Arbeit Höhlen, Grotten und abwechslungsreiche Felsformationen geschaffen hat. Die Felsenküste ist einmalig schön und wild.

Fr. 25.10.2019
DSC05012Wie gestern begrüsst uns auch heute ein wolkenloser Himmel. Wir fahren in den Hafen und buchen eine Bootsfahrt entlang der Felsenküste von Lagos westwärts. Die Fahrt dauert ungefähr 5/4 Stunden. Das Meer ist stark bewegt und für uns Festlandmatrosen DSC05051mutet die Fahrt abenteuerlich an. Wir bekommen so den einen oder anderen Spritzer Salzwasser ab. Unser Bootsführer Pedro beherrscht jedoch sein Metier aus dem ff. Trotz hohem Wellengang fährt er durch die engsten Durchgänge in die Grotten hinein, ohne irgendwo zu touchieren. Wir bestaunen einmal mehr, was das Meer in tausenden von Jahren geschaffen hat. Auf der Rückfahrt können wir noch einmal das Können von Pedro bestaunen, nutzt er doch die Wellenkämme geschickt, um mit dem Boot darauf zu «surfen».

Sa. 26.10.2019
DSC05070Am Morgen herrscht dicker Nebel, der sich jedoch noch vor dem Mittag auflöst. Danach ist es wieder wolkenlos. Nach dem Wohnwagenservice (Wasser auffüllen, WC leeren, WC Spülwasser auffüllen) fahren wir mit den e-Bikes westwärts. An Luz vorbei geht es zuerst nach Burgau. Hier legen wir am Strand einen Halt ein und geniessen die Sonne und die schöne Aussicht. Weiter geht es nach Salema. Da wird unsere Kondition auf die Probe gestellt. Zuerst geht es nämlich mit 16% den Berg hinunter und nach der Durchquerung eines breiten Tales auf der anderen Seite mit 20% den Berg hinauf. Oben angekommen sehen wir, dass uns Salema nicht anspricht, es ist ein richtiges, touristisches Retortendorf. Wir fahren also den selben Weg zurück, jetzt 20% runter, dann 16% rauf. In Burgau haben wir bei der Hinfahrt ein einladendes Restaurant gesehen. Hier feiern wir nun unseren Abschied von der Algarve, morgen geht es dann weiter Richtung Osten. Wir lassen uns die leckeren Tintenfischchen und den vorzüglichen Sol munden.

So. 27.10.2019
Nun heisst es Abschied nehmen von Lagos und Portugal. Wir fahren ostwärts, überqueren die Grenze, umfahren Sevilla und gelangen über die A92 nach Humilladero, nördlich von Malaga. Auf dem Camping La Sierrecilla finden wir einen schönen Platz. Mehr als eine Nacht wollen wir hier nicht bleiben, es liegt zu sehr in der «Pampas». Da Ruth und Ruedi nicht dabei sind, haben wir beschlossen die Hotspots Sevilla, Cadiz, Caceres, Cordoba und Granada, die wir früher schon mal besucht haben, nicht mehr anzufahren. Morgen wollen wir zum Cabo de Gata, auf den gleichnamigen Camping, weiterfahren. Als ich da anrufe, erfahre ich, dass der Camping temporär geschlossen sei. Wir suchen uns deshalb einen Camping in Mazarron, in der Nähe von Cartagena.

Mo. 28.10.2019
Zuerst machen wir ein Geburtstagsvideo für Marta, das wir mit WhatsApp senden. Danach machen wir uns auf den Weg durch die Berge, an Granada vorbei, nach Mazarron. Wir erleben eine abwechslungsreiche Fahrt. Zuerst dominieren die Olivenanbaugebiete, später sind es Gemüse oder Mandeln. Imposant erhebt sich die schneebedeckte Sierra Nevda bei Granada. Später zeigen sich sanftere Hügelformationen, es ist fast nirgends eben. Auch die Strasse wechselt in einem ständigen auf und runter. In Mazarron finden wir einen Platz auf dem Camping Los Delfines. Mit der Anlage sind wir nicht so glücklich. Da es noch einige andere Campingplätze in der Nähe gibt, sehen wir die zwei nächsten an. Los Madriles gefällt uns sehr. Wir werden also morgen nochmals «zügeln».

Di. 29.10.2019
DSC05071Ein wolkenloser Himmel begrüsst uns. Die Temperaturen steigen schnell auf sommerliche Werte an. Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren die zwei bis drei Kilometer zu unserem neuen Domizil Camping Los Madriles. Wir finden einen schönen Platz. Aber der Mover streikt, weil wir gestern den Kühlschrank nicht auf Netz umgeschaltet haben und die Batterie fast leer ist. Mit Hilfe der Nachbarn schieben wir den Wohnwagen auf den Platz und richten uns ein. Danach geht es ins Schwimmbad, das mit Thermalwasser von 30 Grad gefüllt ist. Wir sind froh, dass wir auf diesen Platz gewechselt haben. Er ist sehr gepflegt und es gibt viele Blumen, Kakteen und exotische Pflanzen wie Papayas. Neben dem Thermalbad hat es auch ein Hallenbad, falls das Wetter mal nicht so schön sein sollte. Wir denken, dass sich auch Ruth und Ruedi hier sehr wohl fühlen würden. Der Platz ist schöner als der Scarabeo auf Sizilien und die Umgebung viel attraktiver als dort.

Mi. 30.10.2019
DSC05088Auch heute ist der Himmel wolkenlos und die Temperaturen erreichen 25 Grad. Mit den e-Bikes fahren wir ostwärts dem Golf von Mazarron entlang durch die Dörfer San Ginés, La Chapineta und La Azohía. DSC05096Danach fahren wir hoch zum Torre de Santa Elena. Hier haben wir wunderschöne Ausblicke auf den Golf und die Berge. Wir verweilen einige Zeit an diesem Aussichtspunkt und lassen die wunderschönen Bilder auf uns einwirken. Danach suchen wir uns in La Azhía ein Restaurant und lassen uns eine Paella schmecken. Zurück auf dem Campingplatz nehmen wir noch ein Bad im Thermalwasser. Das Schwimmbecken wird übrigens jeden Abend entleert und am Morgen mit frischem Thermalwasser wieder gefüllt.

Do. 31.10.2019
DSC05098Nach wie vor ist der Himmel, mit wenigen Ausnahmen, wolkenlos und die Temperaturen sommerlich. Wir machen wieder einmal eine Wäsche. Am Wohnwagen sind auch ein paar Kleinigkeiten, die in Ordnung gebracht werden müssen. Ich fahre mit dem Velo in den Camper Shop um Rohr Briden für den Abwasserschlauch und Kabelbinder zum Fixieren eines Kabels am Unterboden zu kaufen. Der Camper Shop hat beides nicht, verweist mich aber an Bricopepelino. Das ist ein Laden, bei dem man vom Korsettstäbchen bis zum Ozeandampfer fast alles erhält! Hier finde ich das Gesuchte und kann die kleinen Reparaturen vornehmen. Nachdem wir unser Pflichtprogramm absolviert haben, vergnügen wir uns im Schwimmbad. Am Nachmittag ist einmal mehr relaxen angesagt. Am Abend fahren wir mit den Velos ins Dorf und geniessen den Sonnenuntergang.

Fr. 1.11.2019
DSC05103Den ganzen Tag über ist es leicht bis mittelstark bewölkt, jedoch sehr warm. Wir fahren mit den e-Bikes nach Puerto de Mazarron. Der 1. November ist in Spanien ein hoher Feiertag. Vermutlich wurden deshalb die Strände gereinigt. Es gibt viele Leute im Hafen und an den Stränden, einige baden auch. Das Wasser soll zwischen 22 und 24 Grad DSC05111haben. Wir besuchen den Fischerhafen und sind überrascht von den vielen Netzen die da rumliegen. Einige Fischer sind dabei, ihre Netze zu flicken. Wir fahren auch zum Leuchtturm hoch, der auf einem Hügel thront. Leider ist der Turm weiträumig durch einen Drahtzaun abgeriegelt, er ist offenbar Privatbesitz. Wir fahren weiter die zahlreichen, abwechslungsreichen Strände ab, bevor wir in den Hafen zum Mittagessen zurückfahren. Zurück auf dem Campingplatz machen wir ein Verdauungsnickerchen, bevor wir ins Thermalbad steigen.

Sa. 2.11.2019
DSC05122Am Morgen ist es stark bewölkt, gegen Abend wieder fast wolkenlos. Mit den Velos fahren wir ins 13 km entfernte Mazarron an den Markt. Dieser ist jedoch, mit italienischen Märkten verglichen, eher bescheiden. Die Stadt selber ist auch nicht gerade eine Schönheit. So fahren wir schon bald wieder zurück. Auf dem Heimweg müssen wir noch einkaufen. Nun kommt wieder das tägliche eintauchen ins Thermalbad, das Bild gibt einen Eindruck davon. Gegen Abend kommen noch unsere Nachbarn aus dem Saarland zum Apéro und wir unterhalten uns ausgezeichnet.

So. 3.11.2019
Während der Nacht wurde der Westwind immer stärker, so dass uns das Schlagen der Markise um 5 Uhr weckt. Da wir diese jedoch gut verankert wissen, schlafen wir wieder ein. Nach dem Frühstück rollen wir sie ein. Der Wind bleibt bis am Abend stark bei fast wolkenlosem Himmel. Wir gehen zum Einkaufen, ansonsten ist lesen und entspannen angesagt. Auch heute darf ein Bad nicht fehlen. Am Abend machen wir noch einen Spaziergang zum Meer, um den Sonnenuntergang zu geniessen.

Mo. 4.11.2019
DSC05126Ganzer Tag wolkenlos und bis 25 Grad warm. Mit den e-Bikes fahren wir in die Berge von Mazarron. Auf einer wenig befahrenen Nebenstrasse erreichen wir den Weiler Campillo de Adentro. Wir fahren durch eine karge Berglandschaft, an verlassenen Klöstern und halb verlassenen Weilern vorbei. Die Luft ist erfüllt vom Duft der am Wegrand wachsenden Kräutern. Von einer gewissen Höhe an gibt es DSC05131fantastische Ausblicke auf Berge und Meer. Da wir keine Verpflegung bei uns haben, fahren wir nicht ganz nach oben. Auf der Rückfahrt machen wir einen Abstecher nach La Azohía, wo wir in einem Restaurant in Strandnähe unseren Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten stillen. Wieder zurück im Camping ist ein Sprung (was zwar verboten ist) ins Thermalbad schon fast Pflicht. Am Abend sind wir bei unseren Nachbarn Marina und Udo zum Apéro eingeladen und das ist nicht nur interessant sondern auch lustig.

 

DSC05129

Di. 5.11.2019
DSC05160Ganzer Tag wolkenlos, jedoch unangenehm windig. Mit den e-Bikes fahren wir noch einmal zum Torre de Santa Elena. Hier soll man ab und zu Delfine beobachten können. Lore spürt es im Urin, heute ist so ein Tag. Wir warten und warten und warten…. Wir schauen auf das Meer und schauen und schauen…. Doch ausser den Möwen, die mit dem Wind spielen, ist weit und breit nichts zu sehen. Wir beenden unsere Beobachtungsaktion und fahren zum Camping zurück. Nach einem feinen Birchermüesli buche ich noch die Fähre von Barcelona nach Genua für den 17. November, Abfahrt 23 Uhr. Wir werden am 18. November um 19 Uhr in Genua ankommen. Unsere Nachbarn werden uns also ab 19.11. wieder ertragen müssen :-)

Mi. 6.11.2019
DSC05181Ganzer Tag wolkenlos. Die Temperaturen sind allerdings etwas zurückgegangen. Hatten wir vor zwei Tagen um 8 Uhr 22 Grad im Wohnwagen, sind es heute um die gleiche Zeit gerade noch 15 Grad. Mit dem Auto fahren wir nach Cartagena. Im Hafen finden wir ein grosses Parkhaus. Anschliessend an den Hafen beginnt die schöne Altstadt, die wir zuerst erkunden. Wir finden eindrückliche, schön zurechtgemachte Häuser, aber auch impossante römische Bauwerke. DSC05201Auf einem Platz finden wir grosse Bäume mit riesigen Stämmen. Zurück im Hafen buchen wir eine Hafenrundfahrt. Der Hafen ist einer der bedeutendsten Handelshäfen und der Hauptmarinehafen Spaniens. Er wird von zwei auf schroffen Felshügeln gelegenen Forts bewacht. Die Fahrt führt uns an den unterschiedlichsten zivilen und militärischen Schiffen vorbei. Anschliessend geniessen wir in der Altstadt ein feines Essen, bevor es wieder zurück in unseren Camping Los Madriles geht.

Do. 7.11.2019
Am Morgen fast wolkenlos aber die sommerlichen Temperaturen scheinen vorbei zu sein, 17 Grad am Morgen, 21 am Mittag. Mit den e-Bikes fahren wir noch einmal nach Puerto de Mazarron, Lore möchte gerne shoppen gehen. Aber leider gibt es da keine Shoppingmöglichkeiten. Ein paar Lebensmittel finden wir dann doch noch. Bevor wir wieder zurückfahren, setzen wir uns im Hafen in ein Restaurant und essen Tapas und trinken ein Glas Wein. Zurück im Camping legen wir uns in die Sonne. Doch plötzlich ist die Sonne hinter dicken, schwarzen Wolken verschwunden. Wir nehmen sofort den Grill in Betrieb, da wir die gekauften Burger vor dem eventuellen Regen verspeisen wollen. Plötzlich fallen aber erste Regentropfen und wir müssen schnell die Markise ausfahren. Es bleibt aber bei den paar Tropfen und eine halbe Stunde später ist der Himmel fast wieder wolkenlos. Am Abend findet in der Bar ein Tanzanlass statt, den wir besuchen wollen. Wir ziehen also «Ballröckchen und Smoking» an und gehen in die bereits gut gefüllte Bar. Kurz nach 8 Uhr erscheint Hartley, ein Mann im Damenoutfit, blonde langhaarige Perücke, lange, aufgeklebte Wimpern, schwarzer, glänzender Lackrock, grosser, fester Busen und hochhackige Schuhe. Er singt den ganzen Abend zu Musik, die er von einem Tablet abspielt. Das Repertoire ist vielseitig und gefällt uns sehr. Leider ist die Anlage viel zu laut eingestellt, so dass einem beim Tanzen die Ohren schmerzen. Aber trotzdem ein gelungener Anlass.

Fr. 8.11.2019
Ganzer Tag schön, Temperaturen wie gestern. Wir fahren mit dem Auto durch die Berge, nach Cartagena in eine richtige Shoppingmeile. Zuerst Decathlon, dann Carrefour und zuletzt noch kurz Media Markt, das sind unsere Stationen. Nach etwa zwei Stunden hat Lore erbarmen mit mir und wir fahren zurück. Auf dem Camping nehmen wir erneut den Grill in Betrieb und verwöhnen uns mit feinem Essen und Trinken.

Sa. 9.11.2019
DSC05234Beim Frühstück stark bewölkt. Wir beschliessen, Essen einzukaufen und selber zu kochen bzw. grillieren. Doch innerhalb einer Stunde verziehen sich alle Wolken und wir ändern spontan unser Programm. Mit den e-Bikes fahren wir noch einmal in die Berge und geniessen die karge Schönheit. Dieses Mal schaffen wir es bis zu oberst und haben hier traumhafte Ausblicke auf Meer und Berge. Wir lassen uns Zeit und schiessen auch ein paar Fotos. Beim zurückfahren besuchen wir in Campillo de Adentro das Restaurant Lena. Hier lassen wir uns verwöhnen. Zuerst gibt es einen gemischten Salat mit Thon. Danach geschmorter Ochsenschwanz mit Bratkartoffeln, sehr lecker! Auch ein Dessert darf dieses Mal nicht fehlen. Zurück auf dem Camping gibt es wieder einmal einen Sprung ins Thermalbad.

So. 10.11.2019
In der Nacht fallen ein paar Tropfen auf unser Dach. Am Morgen ist es noch stark bewölkt, doch mit dem aufkommenden, kräftigen Wind ist der Himmel bald wolkenlos. Eigentlich wollten wir einen Ausflug nach Aguilas machen, aber der Wind ist in der Zwischenzeit so stark geworden, dass wir stattdessen einkaufen gehen und danach etwas Feines kochen. Ich koche einen Reiseintopf und dazu laden wir unsere Nachbarn ein. Wir verbringen einen interessanten und unterhaltsamen Nachmittag mit Marina und Udo aus Saarbrücken.

Mo. 11.11.2019
In der Nacht stürmt es kräftig und wir schlafen nicht so gut. Am Morgen und den ganzen Tag über ist der Himmel mit Schleierwolken überzogen. Der Wind legt sich und wir wandern dem Meer entlang nach La Azohia und zurück. Unsere für morgen geplante Weiterfahrt verschieben wir auf übermorgen, da es morgen noch einmal kräftig winden soll. Um 15 Uhr sind wir bei Marina und Udo zum Essen eingeladen. Wir werden nach allen Regeln der Kunst verwöhnt!

Di. 12.11.2019
DSC05243Es ist sonnig und warm, am Morgen weht noch ein kräftiger Wind. Mit dem Auto machen wir einen Ausflug nach Aguilas. Wir fahren auf der 332-2 durch das bergige Hinterland und erfreuen uns einmal mehr an den eindrücklichen Bergformationen. Sie sind nicht sehr hoch, dafür umso zahlreicher. Man hat das Gefühl, Spanien bestehe zur Hauptsache aus Hügeln und Bergen. In Aguilas besuchen wir den grossen Hafen. Zurück geht es über die Autobahn. Danach kommt noch der Sprung ins Thermalbad. Nach dem Nachtessen packen wir unsere Sachen zusammen, damit wir morgen zeitig wegfahren können.

Mi. 13.11.2019
Nachdem wir das Problem mit dem Mover behoben haben, eine Taste der Fernbedienung war hängen geblieben, können wir anhängen und losfahren. Wir fahren durch das Hinterland in Richtung Valencia. Auf der Fahrt erleben wir die ganze Wetterpalette: stark bewölkt, stark windig, regnerisch, windstill, fast wolkenlos. In Benicassim gestaltet sich die Anfahrt zum Camping Bonterra Park etwas schwierig, da überall Baustellen mit engen Durchfahrten sind. Aber wir erreichen den Camping problemlos. Ein Problem müssen wir allerdings auf dem Camping noch lösen. Die Parzellen sind mit Randsteinen eingefasst, die leider etwas hoch sind. Unser Mover schafft das nicht. Doch mit Hilfe einiger Deutscher Nachbarn wird auch dieses Problem gelöst. Danach geht es zum verdienten Happy Hour Appero.

Do. 14.11.2019
Am Himmel hangen schwere, dunkle Wolken. Wir gehen es gemütlich an und geniessen vorerst die Wärme in unserem Wohnwagen. Gegen Mittag brechen wir zu einem längeren Spaziergang auf. Vom Camping geht es etwa 300 Meter zum Strand. Hier wandern wir dem Strand entlang. Da darf man sich jedoch keinen romantischen Illusionen hingeben. Benicassim ist so hässlich wie viele andere Badeorte in Spanien auch. Der Strand wird gesäumt von unzähligen etwa 10 Stockwerke hohen Häusern, die in dieser Jahreszeit zum grössten Teil leer stehen. Es herrscht tote Hose! Auf dem Weg ins Zentrum kommen wir noch beim Markt vorbei, wo Lore sich noch 5 kg Quitten ersteht. Zu Hause werden die dann zu Gelée verarbeitet. Am Abend geht es noch kurz zum Happy Hour!

Fr. 15.11.2019
DSC05250Heute sieht das Wetter wieder freundlicher aus. Es ist aber merklich kühler geworden, am Morgen waren es im Wohnwagen gerade mal 12 Grad. Nach dem Frühstück besteigen wir unsere e-Bikes und fahren dem Meer entlang in den Hafen von Castello de la Plana. Ein Fischrestaurant lenkt unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir sind uns einig, wenn wir noch einmal richtig Fisch oder Meeresfrüchte konsumieren wollen, ist hier der richtige Ort dafür. Da es noch etwas zu früh zum Essen ist, schlendern wir noch über den gerade stattfindenden Markt. Die spanischen Märkte, die wir bis jetzt gesehen haben, können mit den italienischen nicht mithalten, sie sehen eher aus wie eine Gebrauchtwarenmesse. Bevor wir zum Essen gehen, erfreuen wir uns noch an einer Skulptur, welche uns an unsere Jugendzeit erinnert. Im erwähnten Restaurant verwöhnen wir uns zum Abschluss unserer Reise mit einer Paella Marisco, Weisswein, Dessert und Kaffee. Übermorgen geht es dann auf die Fähre Barcelona – Genua.

Sa. 16.11.2019
Bei schönem Wetter fahren wir mit den e-Bikes ins Städtchen und geniessen Tapas zu einem Glas Weisswein. Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen und Reisevorbereitungen. Am Abend besuchen wir das Blues- und Folkkonzert im Campingrestaurant. Aus der Küche wird ein feines Menü serviert. Danach gibt es auch noch ein Tänzchen!

So. 17.11.2019
Bei teilweise bedecktem Himmel fahren wir nach Barcelona. Auf der Suche nach dem Büro für das Check In ist mir ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Bei einer 90 Grad Einmündung habe ich die Kurve zu wenig gut ausgefahren und habe mit dem Wohnwagen den Seitenspiegel eines Busses berührt. Dieser hat die Aussenhaut unseres Wohnwagens auf 2/3 der Länge aufgeschlitzt. Den Rest des Nachmittags warten wir auf einem Parkplatz, bis wir auf die Fähre fahren können.

Mo. 18.11.2019
Wir kommen um 17:30 Uhr im Hafen von Genua an. Das Wetter ist miserabel, es giesst wie aus Kübeln. Im Schritttempo fahren wir aus dem Hafen, durch den dichten Abendverkehr auf die Autobahn. Zuerst geht es durch die Berge mit vielen engen Kurven. Später ist die Autobahn gerade und je nördlicher wir kommen, umso weniger regnet es. Lore und ich haben beschlossen, wenn möglich bis nach Hause zu fahren, da für morgen auf der Alpensüdseite Regen und Schnee angesagt ist. Um 23:30 Uhr kommen wir müde aber glücklich zu Hause an.