Mit Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs

Bussmann's auf Achse

Süditalien Okt. / Nov. 2015

Die Bilder zur Tour sieht man hier

Fr. 16./ Sa 17. Okt. 2015, Küssnacht – Rimini
Nachdem es am Morgen noch geregnet hat, sieht es bei der Abfahrt, um 14:30 Uhr, bereits wieder etwas freundlicher aus. Als wir die Gotthardautobahn hochfahren sehen wir, dass es vergangene Nacht tief hinunter geschneit hat. Wir fahren bis Coldrerio, wo wir auf der neuen Autobahnraststätte übernachten. Dass das eine schlechte Wahl war, bekommen wir die ganze Nacht über zu spüren. Zuerst kommen unzählige Fernreisebusse vorbei und laden Fahrgäste direkt neben unserem WOMO ein. Dazu lassen sie den Motor laufen, das ganze dauert jeweils etwa 15 Minuten. Als es dann gegen Mitternacht etwas ruhiger wurde, hinderte uns die sehr laute Musik von der Tankstelle am Schlafen. Um 7 Uhr stehen wir unausgeschlafen auf, nehmen einen Kaffee und ein Gipfeli und fahren los. Zügig und ohne Probleme fahren wir nach Rimini auf den Stellplatz wo wir um 14 Uhr eintreffen. Sofort spazieren wir in die Altstadt, wo noch der Markt im Gange ist. Wir versorgen uns mit frischem Gemüse und essen etwas kleines, danach legen wir uns etwas hin. Am Abend gehen wir in ein Thai-Restaurant zum Nachtessen. Der Stellplatz liegt so ruhig, dass wir die Nacht durchschlafen wie die Murmeltiere!

So. 18. Okt. 2015, Ausflug nach San Marino
Wir haben beschlossen, noch einen Tag auf dem Stellplatz zu bleiben. Mit dem Bus machen wir einen Ausflug nach San Marino, das auf etwa 650 MüM auf einem Felsen gebaut ist. Tief beeindruckt, wie diese Stadt angelegt ist, wandern wir durch die engen Gassen und geniessen immer wieder die schöne Aussicht über das Umland. Neben den historischen Gebäuden sind es vor allem die Lädeli und Restaurants, die das Bild dieser touristischen Stäte prägen. Selbstverständlich kaufen auch wir etwas ein in dieser Zollfreizone. Später bringt uns der Bus wieder bequem nach Rimini zurück.

Mo. 19. Okt. 2015, Rimini – Roseto degli Abruzzi
Bei stark bewölktem Himmel brechen wir in Rimini auf und es dauert auch nicht lange, bis der Himmel seine Schleusen öffnet. Die ganze Fahrt über Regnet es, mal etwas schwächer, aber meistens sehr stark. Dafür werden wir auf dem Eurcamping in Roseto umso freundlicher begrüsst, und das erst noch auf Schweizerdeutsch. Unterdessen hat es fast aufgehört zu regnen. Wir installieren uns und geniessen dann die erste Dusche seit bald drei Tagen.

Di. 20. Okt. 2015, Roseto
Nach dem Frühstück geht es zuerst auf den Markt, wo wir etwas lokale Lebensmittel kaufen. Danach fahren wir mit den Velos der Küste entlang südwärts nach Pineto. Die Strände sind menschenleer und man kann nur erahnen, was hier im Sommer los ist. Am Abend treffen wir noch eine Schweizerin, die mit dem Velo unterwegs ist. Sie ist vor ungefähr drei Monaten in Hammerfest gestartet und will noch bis ganz in den Süden fahren.

Mi. 21. Okt. 2015, Roseto – Vieste am Gargano
Wir verabschieden uns von der Radfahrerin und der Schweizerin an der Reception. Bei bedecktem Himmel fahren wir südwärts. Bei Lesina verlassen wir die Autobahn und fahren, auf zuerst geraden und breiten Strassen auf der Nordseite des Gargano. Später werden die Strassen eng und sehr kurvenreich. So fahren wir durch das malerische Péschici nach Vieste. Am Strand südlich von Vieste finden wir einen WOMO Stellplatz auf dem Camping Adriatico. Zu Fuss machen wir uns auf den 3 km - Spaziergang ins Zentrum von Vieste. Die historische Altstadt ist auf einem Felsen gebaut und wirkt wie aus einem Guss. Sie besteht aus vielen verwinkelten und steilen, engen Gässchen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass jede Wohnung irgendwo freie Sicht hat. Obwohl es das in Italien fast nicht gibt, halten wir Ausschau nach einem Restaurant, das jetzt schon (es geht gegen 17 Uhr) geöffnet hat. Plötzlich sehen wir ein kleines Lokal dessen Besitzer uns freundlich einlädt, Platz zu nehmen. Auf die Frage, ob es schon etwas zu essen gebe, sagt er, bei ihm gebe es Essen, wenn die Gäste kommen und nicht erst um 19 Uhr, wie sonst üblich. Wir nehmen die Einladung an und werden köstlich verpflegt. Zuerst gibt es einen Salat, danach Cannelloni als Primo. Als Secondo erhalten wir Gamberi. Das Ganze wird mit Dolci, Cafe und einem Kürbisschnaps abgerundet. Des Guten noch nicht genug, fährt uns der Wirt noch mit seinem Auto zum WOMO zurück. Herzlichen Dank noch einmal an Giosuè Cionfoli vom Gate 34! Ancora un ringraziamento di cuore a Giosuè Cionfoli del ristorante Gate 34!

Do. 22. – So. 25. Okt. 2015, Melfi
Es hat die ganze Nacht geregnet und auch am Morgen ist alles grau in grau und es regnet munter weiter. Ich rufe meine Schwester an, die mit ihrem Mann in Melfi lebt. Sie sagt uns, dass die Zeit für einen Besuch sehr gut sei, da im Moment einiges los sei in Melfi. Wir fahren also weiter dem Gargano entlang und bei strömendem Regen über Manfredonia nach Melfi, wo wir um etwa 14 Uhr eintreffen. Sogleich wird für uns Pasta gekocht und wir können den ärgsten Hunger stillen.
Am Freitag gehen wir Meeresfrüchte kaufen und Beatrix kocht uns super-feine Spaghetti mit Meeresfrüchten. Am Abend besuchen wir die Stadt. Am Samstagmorgen fahren die Frauen zur Burg, wo das Fest der italienischen Falkner stattfindet. Lore darf sogar einen Falken auf ihren Arm nehmen und ist natürlich sehr stolz und ich fast ein wenig neidisch. Die Männer bringen in dieser Zeit leere Harassen in den Olivenhain, da wir morgen mit der Olivenernte beginnen wollen. Gemeinsam gehen wir am Mittag in das gut besuchte Restaurant „Agriturismo Santagata“ zum Mittagessen. Wir werden mit einem reichhaltigen italienischen Menu, bestehend aus Vino, Antipasti, Primi Piatti, Secondi Piatti, Frutta, Caffè und Liquori, verwöhnt. Danach gehen die Männer ans Fussballspiel Melfi – Lecce, das aber eher eine triste Angelegenheit ist und von Lecce 1:0 gewonnen wird.
Am Sonntag ist um 7 Uhr Tagwache. Nach dem Frühstück fahren wir zur Olivenernte. Wir lesen den ganzen Tag und haben es bis zum Abend auf stolze 140 – 160 kg gebracht. Müde, aber mit einer schönen Erfahrung reicher, fahren wir am Abend nach Melfi zurück.

Mo. 26. Okt. 2015, Melfi – Matera
Bei schönstem Wetter verabschieden wir uns von Beatrix und Giuseppe. Ein herzliches Dankeschön an die Beiden für die schöne Zeit und die guten Erlebnisse. Wir fahren bei schönstem Wetter nach Matera, wo wir um 11 Uhr eintreffen. Ruth und Ruedi erwarten uns schon in den Liegestühlen. Nach einem kurzen Imbiss lassen wir uns mit dem Kleinbus des Stellplatzes in die Stadt fahren. Wir sind fasziniert, wie die Stadt in einem vom Fluss tief eingefressenen Tal, angelegt ist. Die Felsenwohnungen mussten leider in den 1960-er Jahren auf Anordnung der Verwaltung geräumt werden. Heute sind nur noch einige als Museen zugänglich.

Di. 27. Okt. 2015, Matera – Alberobello
Mit den Fahrrädern Fahren wir an den Rand der Schlucht, gegenüber von Matera und bestaunen die Stadt von dieser Seite des Flusses im schönsten Morgenlicht. Danach beladen wir unsere WOMO’s und fahren nach Alberobello auf den Camping die Trulli. Den Besuch der Trulli-Siedlungen verschieben wir aber auf morgen. Stattdessen suchen wir das sehr feine Restaurant „La Nicchia“ auf und verpflegen uns auf beste italienische Art und Weise.

Mi. 28. Okt. 2015, Alberobello
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir mit den Velos nach Alberobello auf die Piazza del Popolo. Von hier aus erkunden wir die Trulli-Quartiere Rione Monti mit etwa 1000 Trulli und Rione Aia Piccola mit etwa 400 Trulli. Das erste ist sehr touristisch und geprägt von unzähligen Souvenirläden, während das Zweite ein reines Wohnquartier ist. Die Trulli vermitteln einen ganz besonderen Charme, weshalb Alberobello 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Do. 29. Okt. 2015, Castellana Grotte
Da wir auf Mittag Regen erwarten fahren wir mit dem WOMO von Ruth und Ruedi nach Castellana Grotte. Um 11 Uhr nehmen wir an einer Führung teil, die uns etwa 60 Meter unter die Erdoberfläche und 1500 Meter vom Einstieg weg bringt. Wir durchwandern eine vom Wasser in das Karstgestein gezauberte Märchenwelt. Der Weg ist von unzähligen Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Gardinen gesäumt. Eine Kammer ist schöner als die andere. Der Höhepunkt jedoch ist die weisse Grotte. Anschliessend fahren wir in das Restaurant „La Nicchia“, wo wir Ruths Geburtstag feiern. Liebe Ruth, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Fr. 30. Okt. 2015, Alberobello
Es regnet den ganzen Tag. Da wir sowieso auf meine ID warten wollen, welche ich in Matera auf der Reception liegen gelassen habe und die mir nach Matera nachgesendet werden soll, schieben wir einen Lesetag ein. Am Nachmittag kommt meine ID tatsächlich an und ich lobe die italienische Post, ihre Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

Sa. 31. Okt. 2015, Alberobello – Gagliano del Capo
Wir verlassen Alberobello bei bedecktem Himmel und fahren zuerst durch das schöne Valle d’Itria nach Fasano. Unterwegs sehen wir hunderte sehr alte Olivenbäume, mit charaktervollen Stämmen, mit deren Bilder man viele Fotobücher füllen könnte. Auf der Schnellstrasse geht es weiter an Brindisi und Lecce vorbei. Nach Lecce wechseln wir auf die abwechslungsreiche Küstenstrasse. Diese schlängelt sich über wilde Steilküsten und malerische Buchten dem südlichsten Punkt Apuliens entgegen. Unterwegs sehen wir viele alte Wachttürme aus der Zeit der Türkeneinfälle. In San Cesàrea Therme nehmen wir ein sehr gutes Mittagessen ein, selbstverständlich mit Meeresfrüchten. Danach geht es weiter auf den Camping in Gagliano del Capo.

So. 1. Nov. 2015, Santa Maria di Leuca
Das Wetter hat sich weiter verbessert. Bei teilweise Sonnenschein fahren wir mit den Rädern zum südlichsten Punkt Apuliens, Santa Maria di Leuca. Das Kloster befindet sich auf einem Felsen über dem Dorf und man hat einen wunderbaren Blick über Hafen, Steilküste und Dorf. Das Meer ist sehr bewegt, wenn die Wellen auf die Steilküste prallen, schiessen weisse Gischtfahnen meterhoch in die Luft.

Mo. 2. Nov. 2015, Gagliano del Capo – Mandatoriccio Mare
Nachdem wir gestern Santa Maria di Leuca besucht haben wollen wir heute nach Kalabrien weiterreisen. Der Himmel ist wolkenlos und die Temperatur sehr angenehm. Wir fahren sehr früh los. Über Gallipoli fahren wir nach Manduria. Auf dieser Strecke sehen wir sehr viele, sehr alte und charaktervolle Olivenbäume, die letztes Jahr von einer Krankheit befallen wurden und noch immer einen traurigen Anblick abgeben. Etwas später fahren wir durch die Industriestadt Taranto. Das Bild wird geprägt von riesigen Industrieanlagen und im Hafen recken die Kräne ihre Arme in die Luft. Danach geht es den weit geschwungenen Golf von Taranto entlang, Kalabrien entgegen.

Di. 3. Nov. 2015, Mandatoriccio Mare – Tropea
Der Camping Da Mario ist zwar sehr schön und komfortabel, aber sehr ungünstig gelegen. Die stark befahrene Küstenstrasse und die Bahnlinie verlaufen gleich oberhalb des Campings. Radfahren ist bei der stark befahrenen Strasse nicht zu empfehlen. Deshalb fahren wir weiter auf die Westseite Kalabriens. Beim Wegfahren sagt uns die Frau von der Reception, die übrigens die ersten 17 Lebensjahre in Zürich gelebt hat, dass wir die Küstenstrasse Richtung Reggio nicht benutzen können, da der starke Regen vom Sonntag sowohl Strasse wie Bahnlinie weggespült hat. Wir fahren deshalb quer durch die kalabresischen Berge nach Tropea. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und das Städtchen thront gleich dahinter auf einem Felsen. Nachdem die WOMO’s installiert sind, steigen wir die Treppen hoch ins Städtchen. Von der Aussichtsterasse aus geniessen wir den wunderschönen Sonnenuntergang.

Mi. 4. Nov. 2015, Tropea
Mit den Fahrrädern machen wir einen Ausflug zum Capo Vaticano. Dabei fahren wir immer hoch über dem Meer. Auf dem Capo geniessen wir eine eindrückliche Aussicht, einen Cappuccino und ein Tartuffo. Am Nachmittag ist dann faulenzen angesagt. Am Abend gibt es wieder einen Sonnenuntergang, wie sie nur am Meer zu sehen sind.

Do. 5. Nov. 2015, Tropea
Ein Stadtbummel ist angesagt. Kreuz und quer durchstreifen wir die engen Gassen von Tropea. Auf der Aussichtsterasse geniessen wir den Blick über das türkisblaue Mittelmeer und den feinen Cappuccino. Dabei beschliessen wir, dass wir morgen nach Sizilien weiterreisen werden.

Fr. 6. Nov. 2015, Tropea – Catania
Der Himmel ist teilweise bewölkt. Auf kurvigen Strassen fahren wir am Capo Vaticano vorbei und später auf die Autobahn. In den kalabresischen Bergen verdunkelt sich der Himmel und bald schon fahren wir durch dichten Nebel. Es fallen auch ein paar Regentropfen. Am Fährhafen Villa San Giovanni scheint jedoch schon wieder die Sonne und wir können auch sofort auf die Fähre fahren. Nach der kurzen Überfahrt quälen wir uns zuerst durch den dichten Verkehr von Messina auf die Autobahn. Jetzt geht es zügig südwärts nach Catania, wo wir uns wieder durch noch dichteren Verkehr zum Camping Jonio quälen. Im Restaurant bereitet der Koch extra für uns feine Spaghetti.

Sa. 7. Nov. 2015, Catania – Punta Braccetto
Unser Navi bringt uns sehr schnell aus der Stadt und auf die Autobahn. Schon bald fahren wir auf Provinzstrassen in Richtung Ragusa. Siziliens Inland zeigt sich sehr abwechslungsreich und wir fahren gemütlich unserem Ziel entgegen. Der Camping Scarabeo ist noch genau so schön, wie wir ihn in Erinnerung hatten.

So. 8. Nov. – Mo. 16. Nov. 2015, Punta Braccetto
Wir geniessen die sonnigen und warmen Tage, machen Ausflüge mit den Velos nach Punta Secca, Scoglitti und Santa Croce Camerina. Am Samstag besuchen wir den grossen Markt in Vittoria. Fast täglich baden wir im immer noch warmen Meer und verwöhnen uns mit gutem Essen und Trinken. Auch die Liegestühle werden rege benutzt.

Di. 17. Nov. 2015, Punta Braccetto – Genua
Da für Freitag in der Schweiz Schnee bis in die Niederungen angesagt ist, fahren wir einen Tag früher als geplant zurück. Die Fähre startet in Palermo um 23 Uhr und soll am Mittwoch gegen 20 Uhr in Genua sein. Ob wir dann noch nach Hause fahren, oder auf einem Stellplatz übernachten, entscheiden wir an Ort und Stelle.


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