Mit Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs

Bussmann's auf Achse

Südtirol, Kroatien Herbst 2009

Die Bilder zur Reise sind hier zu sehen!

Dienstag, 18.8.2009, km-Stand 25115
GlurnsUm 6:00 Uhr starten wir zu unserer ersten grossen Reise mit dem eigenen WOMO. Über Flüela und Ofenpass geht es ins Südtirol. Die Steigungen und engen Stellen werden gut gemeistert. Im Südtiroler Städtchen Glurns stehen wir plötzlich vor einem Stadttor mit einer lichten Höhe von 2.80 Meter, Höhe WOMO 3.20 Meter!!! Um die Stadt zu verlassen, müssen wir wieder zurück. Lore wendet bravourös und fährt die engen Gassen zurück. Auf einem Umweg über ein anderes Dorf gelangen wir wieder auf die Hauptstrasse. Wir fahren bis Lana , zwischen Meran und Bozen und finden einen schönen Campingplatz, inmitten von Obstplantagen, mit einem herrlichen Pool. Den suchen wir auch sofort auf, nachdem wir uns installiert haben.

Mittwoch, 19.8.2009
IMG 0560Gegen 10 Uhr brechen wir auf. Unser Ziel heute ist Briol, das Hotel auf der Alp. Das ist ein Weihnachtsgeschenk unserer Kinder von 2007. Über die Autobahn fahren wir an Bozen vorbei Richtung Brenner. Ab Bozen Nord schlängeln wir uns über die Staatsstrasse durch ein enges Tal, bis Waidbruck. Von da geht’s steil bergan nach Barbian, dann durch das sehr enge Dorf zum Wiesenparkplatz. Lore meistert das mit Bravour. Die Rucksäcke werden gepackt. Nun wären wir eigentlich bereit, es dauert jedoch fast zwei Stunden, bis ich das Taxiunternehmen erreiche. Doch dann kommt das Taxi, ein geländegängiger Toyota. Der Fahrer, ein etwa 70-jähriger Einheimischer, bringt uns Geschichten erzählend nach Briol. Die Fahrt ist sehr abenteuerliche, geht es doch durch sehr schmale Wege steil bergauf, auf einer Seite immer der Abgrund. Auf Briol werden wir sehr herzlich mit einem Schnaps begrüsst (vermutlich um die wilde Fahrt zu verdauen). Wir richten uns in unserem Zimmer ein, danach geht es in den erfrischend kühlen Pool. Im Hintergrund können wir einen Teil der Dolomiten bewundern.

Donnerstag, 20.8.2009
IMG 0549Wir haben sehr gut im ursprünglich belassenen Zimmer geschlafen. Nach dem Frühstück machen wir eine Rundwanderung über Dreikirchen. Unterwegs finden wir wunderschöne Steinpilze, die wir in Briol in den Kühlschrank geben. Dreikirchen ist ein kleiner Weiler mit zwei Gasthäusern und drei zusammengebauten Kirchlein. Die drei riesigen Schlüssel erhalten wir bei der Wirtin des Messmerhofes, die uns auch sogleich Zimmer mit Douche, WC und Balkon vermieten will. Wir beschränken uns jedoch auf zwei Getränke, leider sind sie lauwarm. Die drei Kirchen sind innen sehr alt und eindrücklich. Es ist sehr schönes Wetter, aber auch sehr heiss. Deshalb kommen wir nach dem Aufstieg schweissgebadet in Briol an. Für den Rest des Tages ist faulenzen, lesen und baden angesagt.

Freitag, 21.8.2009
Nach dem Frühstück werden wir herzlich verabschiedet. Mit den Rucksäcken am Rücken und den Steinpilzen darin, nehmen wir den Abstieg unter die Füsse. Unterwegs findet Lore weitere Steinpilze! Unser WOMO erwartet uns auf dem Wiesenparkplatz. Wir räumen unsere Sachen ein, ziehen uns um und nehmen die Weiterreis in Angriff. Es ist noch immer sehr heiss. Wir beschliessen, in Bibione am Meer einen Zwischenhalt einzulegen. Das Meer ist jedoch «seichläi», es gibt Quallen und der Menschenauflauf ist grässlich.

Samstag, 22.8.2009
IMG 0565Um 10:15 Uhr machen wir uns voller Optimismus auf den Weg nach Umag in Kroatien. Doch der Optimismus ist fehl am Platz. An diesem Samstag ist so viel Verkehr auf den Strassen, dass der erste Stau noch in Bibione zu erdulden ist. Weitere folgen bei der Autobahneinfahrt, dank der blöden italienischen Zahlstellen und von der slowenischen bis zur kroatischen Grenze. Trotzdem erreichen wir die Ferienanlage Stella Maris, nördlich von Umag, gegen 16:30 Uhr. Wir finden einen schönen Platz im Pinienwald, wo wir uns einrichten. Später geht es zum Baden. Das Wasser ist etwas weniger warm als in Bibione, aber immer noch zu warm. Nachdem wir uns den Schweiss weggeduscht haben, gehen wir ins Restaurant Aurora. Da erfreuen wir uns an Calamares und Scampi vom Grill, dazu gibt es ein kühles Bier. Ein Livemusiker spielt sehr schöne Lieder von Dire Straits, Frank Sinatra usw. Später kommen wir noch zum Tanzen und ein Gefühl wie frisch verliebt, «Schmetterlinge im Bauch», befällt uns.

Sonntag, 23.8.2009
Nachdem es in der Nacht stark gewindet, geblitzt und gedonnert, aber nicht geregnet hat, ist es am Morgen schön und warm. Wir fahren an den stark bevölkerten Strand und baden im glasklaren, warmen Meer. Später fahren wir mit den Rädern zum Camping zurück und essen etwas Kleines. Danach ist lesen und faulenzen angesagt. Am Abend gibt es Spaghetti mit Steinpilz Ratatouille à la Lore, sehr lecker!
Am Morgen hat uns am Strand eine Kroatin angesprochen, welche Tickets für eine Schifffahrt verkaufte. Wir buchten für Dienstag eine Fahrt mit Bus von Umag nach Porec, mit dem Schiff weiter in den Limsky Fjord, danach weiter bis Rovini und das Ganze wieder zurück. Das kostet 35 €, Essen inklusive.

Montag, 24.8.2009
IMG 0567Am Morgen fahren wir mit dem Fahrradnach Umag. Es ist ein kleines, schönes Städtchen am Meer. Am Nachmittag fahren wir an den Strand zum Baden. Wir haben eine Stelle in einem kleinen Pinienwäldchen gefunden, wo wir schön im Schatten liegen können. Zurück vom Baden gehen wir douchen, danach relaxen und lesen wir. Wir haben sehr spannende Bücher dabei und geniessen es, wieder einmal ausgiebig zu lesen. Wir gehen rechtzeitig ins Bett (für heute ohne!!) und stellen den Wecker auf / Uhr, denn morgen geht es auf die Schiffstour.

Dienstag, 25.8.2009
IMG 0587Um 7:00 Uhr werden wir mit Fanfarenklängen aus dem Schlaf geholt. Der Himmel ist wolkenlos, bester Garant für eine grossartige Schifffahrt. Um 8 Uhr werden wir von einem Bus abgeholt, der uns nach Porec bringt. Unterwegs steigen weitere Leute zu, so dass der Bus fast voll wird. Auf dem Busterminal in Porec werden wir bereits von einem Mann erwartet, der uns zum Schiff führt. Die Organisation ist sehr gut. Wir steigen ein und sichern uns zwei Plätze auf dem oberen Schattendeck. Leider werden wir etwas später von einer italienischen Gruppe bedrängt, die sich lautstark breit macht. Ich sitze jedoch wie ein Fels auf der Bank und rücke keinen Millimeter. Um 9:30 Uhr legt das Schiff ab, um etwas später in einer grossen Ferienanlage noch einmal eine grosse Anzahl Menschen zu laden. Praktisch bis auf den letzten Platz besetzt tuckern wir der Küste entlang, an Vrsar vorbei, in den Lim-Fjord und wieder hinaus, nach Rovinj. Rechts von uns sitzt eine junge Familie, zum Teil schon recht fett, welche sich die ganze ZeitIMG 0599 mit Essen vollstopft. Uns gegenüber ein Paar aus Bayern, er stinkt (vermutlich verschwitztes Hemd aus Kunstfasern), trägt kurze Hosen, Sandalen und Schwarze Socken! In Rovinj wird das Mittagessen, in zwei Schichten, auf dem Schiff serviert. Wir gehören dank dem gelben Zettel zur ersten Schicht. Wir haben uns für das Fischmenu entschieden. Es gibt zwei gegrillte Makrelen, Salat, Brot, Weisswein und Limonade. Nach dem Essen schauen wir uns das malerische Rovinj an, während die zweite Schicht sich ans Essen macht. Um 13:30 Uhr wird zur Rückreise gestartet. Im hübschen Städtchen Vrsar legen wir einen Zwischenhalt ein. Müde, aber zufrieden kommen wir um 19 Uhr im Camping an. Wir gehen noch ins Restaurant gegrillte Calamares essen. Wir beschliessen, morgen zu einem Campingplatz im Süden von Istrien weiterzureisen.

Mittwoch, 26.8.2009 – Sonntag, 30.8.2009
IMG 0625Nach dem Frühstück brechen wir unsere «Zelte» in Umag ab und machen uns auf den Weg (ca. 80 km) Richtung Süden. In Pula machen wir bei einem grossen Einkaufscenter halt, um wieder einmal so richtig zu shoppen. Danach fahren wir weiter nach Pomer, etwa 10 km südlich von Pula. Hier finden wir einen kleinen, idyllischen Campingplatz in einem Kiefernwald. Er befindet sich auf einem, zum Meer hin abfallenden Hügel. Die Parzellen sind terrassenförmig angelegt. Der Platz erinnert uns sehr stark an das Camp du Domaine in Le Lavandou. Wir finden eine sehr schöne Parzellemit genügend Schatten und einem schönen Blick auf das Meer. Rechts von uns ist eine junge, österreichische Familie mit vier Kindern. Sie sind sehr spärlich ausgerüstet, mit zwei kleinen Igluzelten, ohne Tisch und Stühle und mit einem Einflammenkocher, wie ihn Felix jeweils in die Berge mitnimmt.
Das Wetter ist weiterhin schön und sehr heiss, so dass sich unsere sportlichen Aktivitäten auf ein Minimum beschränken. Wir gehen mehrmals täglich ins Wasser, was jedes Mal eine herrliche Erfrischung ist. Daneben halten wir uns meistens im Schatten der Kiefern auf und lesen sehr viel.
Am 27.8. fahren wir mit den Rädern nach Premantura. Es ist uns jedoch viel zu heiss, um auf die Halbinsel Kamenjak hinaus zu fahren.
Auf dem Campingplatz spricht uns ein Slowene auf Schweizerdeutsch an. Er habe 40 Jahre in der Schweiz gearbeitet und gelebt. Er ist pensioniert, gleich alt wie wir und lebt nun einige Monate im Jahr hier unten. Er habe jedoch immer wieder Heimweh nach der Schweiz und seiner Familie. Seine Kinder leben in der Schweiz.
Am Samstag 29.8., nachdem wir im Wasser waren und gefrühstückt haben, fahren wir mit den Velos ins 5 Kilometer entfernte Medulin. Wir kaufen Koteletten und frische Calamares. Die Calamares werden wir am Abend grillieren. In Medulin ist ein grosses Verkehrschaos. Überall Autos die hupen, Gestank und verstopfte Strassen. Wir verlassen die Stadt fluchtartig und fahren zu unserem idyllischen Platz zurück. Gegen 18 Uhr tragen unsere deutschen Nachbarn Tisch und Stühle ans Ufer, um dort zu essen. Nach kurzer Zeit tragen sie die Sachen in ziemlicher Aufregung wieder zurück. Sie sagen uns, dass die Bora im Anzug sei. Dabei handelt es sich um einen kalten Fallwind. Nun sehen wir die graue Wand ebenfalls. Sie nähert sich mit grosser Geschwindigkeit. Ich bin gerade dabei, die Calamares zu grillieren. Sie schmecken köstlich! Kurz bevor der Sturm loslegt, sind wir mit dem Essen fertig. Wir sitzen noch draussen und trinken Schnaps mit unseren deutschen Nachbarn. Der Sturm wird immer stärker. Um 22 Uhr ziehen wir uns ins WOMO zurück. Der Sturm heult mittlerweile durch den Kiefernwald und zerrt an Zelten, Bäumen und Wohnmobilen. Lore geht kurz zu den Österreichern mit den vier Kindern und bietet ihnen an, ins WOMO zu kommen, wenn es in ihren «Zeltchen» nicht mehr geht. Sie bedanken sich und wir legen uns schlafen. Es heult die ganze Nacht, später kommt noch Regen dazu. Mit der Bora hat sich die Luft stark abgekühlt. Wir müssen uns zum ersten Mal zudecken zum Schlafen.
Am Sonntag 30.8. ist die Bora noch immer da. Es ist bewölkt und recht kühl. Nach dem Frühstück räumen wir die Piniennadeln zur Seite. Im Laufe des Tages verziehen sich die Wolken immer mehr, der Sturm wird schwächer, es bleibt aber kühl. Wir verbringen den Tag teils draussen, teils drinnen, meist lesend.

Montag, 31.8.2009 – Donnerstag, 3.9.2009
IMG 0638Nachdem wir uns von unseren deutschen, «schnapstrinkenden» Nachbarn und auch von unseren österreichischen Nachbarn, welche uns versichern, dass sie im nächsten Jahr besser ausgerüstet sein werden, verabschiedet haben, machen wir uns auf den Weg auf die Doppelinsel Cres/Losinj. Da am WOMO die Service-Lampe leuchtet, suchen wir noch eine Renault Garage in Pula auf. Der Chef sagt uns, dass noch eine zweite Lampe geleuchtet haben müsse. Da auch die Service-Lampe bereits wieder erloschen ist, kann es auch ein Wackelkontakt sein. Weiter geht es über die Hauptstrasse statt über die Schnellstrasse. Die Fahrt ist abwechslungsreich und sehr eindrücklich. Die Landschaft bietet nach jeder Kurve neue Eindrücke und grandiose Bilder. Die Überfahrt mit der Fähre dauert 30 IMG 0664Minuten. Weiter geht es zum Teil über enge, dann wieder über gut ausgebaute Strassen Richtung Poljana, unmittelbar vor Mali Losinj. Wir finden einen Campingplatz mit aussergewöhnlich guter Infrastruktur, dafür fehlt uns die schöne Aussicht des letzten Platzes. Das Meer ist wunderbar, noch klarer als auf Istrien. Wir verbringen die Tage mit Radfahren, Wandern und immer wieder mit Baden. Das Wetter ist noch immer sehr schön, aber auch sehr warm. Mali Losinj ist eine sehr schöne und gepflegte Stadt mit sehr guten Läden. Lore hat schöne Kleider gefunden. Am Abend des 3.9. werden wir mit dem Taxi Boot für 5 Kn noch einmal nach Mali Losinj fahren und in einem Fischrestaurant zu Abend essen. Morgen fahren wir weiter auf die Insel Krk.

Freitag, 4.9.2009
IMG 0676Wir packen unsere sieben Sachen nach dem Frühstück zusammen. Bevor wir wegfahren suchen wir noch die Camper Station auf, wo wir das Grauwasser ablassen und Frischwasser einfüllen. Laut Campingführer hat unser nächster Platz keine solche Station. Danach fahren wir von Poljana zurück bis kurz nach Cres. Da nehmen wir die Strasse zum Fährhafen Merag. Das Wetter ist windig und wechselnd bewölkt. Die Landschaft ist wunderbar. Nach jeder Kurve gibt es neue und schöne Ausblicke auf das Meer und auf wilde, teils kahle, teils bewachsene Berge. In Merag können wir sogleich auf die Fähre. Die Überfahrt nach Valbiska dauert 30 Minuten. Danach fahren wir zum Hauptort Krk der gleichnamigen Insel. Zu unserer Freude ist der Campingplatz Jezevac rundum erneuert. Wir erhalten einen schönen Platz mit Blick auf das Meer.

Samstag, 5.9.2009
IMG 0682Die Bora, dieser kalte Wind, der über die Berge des Festlandes auf das Meer runter saust, ist nun schon zum zweiten Mal eingefallen. Wir benutzen den Tag, um das sehr schöne, historische Städtchen Krk, mit seinen engen Gässchen, zu besichtigen. Auch geben wir wieder einmal unserm «Shopping-Trieb» nach, finden jedoch nichts Umwerfendes. Am Abend essen wir in einem Restaurant am Hafen Calamares grilliert und einen Tomatensalat. Auf dem Heimweg kaufen wir an einem Stand noch zwei Greppes.

Sonntag, 6.9.2009
IMG 0685Da noch immer die Bora bläst, zwar nicht mehr so stark wie gestern, beschliessen wir, eine Wanderung zu machen. Vom lokalen Tourismusbüro haben wir eine Karte mit eingezeichneten Routen erhalten. Laut Beschreibung sollen die Wanderwege gut beschildert und markiert sein. Dank GPS finden wir den Startpunkt. Wir folgen dem sehr gut rot/weiss/rot markierten Weg bis zu einer Weggabelung mit Wegweiser. Wir entscheiden uns, die Wanderung nach links fortzusetzen. Es geht auf Natursträsschen durch eine karge, steinige Landschaft. Die rot/weiss7Rote Markierung fehlt seit der Gabelung, was uns jedoch nicht allzu grosse Bauchschmerzen bereitet. So kommt es, wie es kommen muss. Nach ungefähr einer Stunde und nachdem der Weg enger und enger geworden ist, geht es nicht mehr weiter. Wir gehen den Weg IMG 0689zurück bis zur Gabelung mit den Wegweisern und vergewissern uns, dass wir nichts falsch gemacht haben. Nun gehen wir den Weg rechts und können mit Freuden feststellen, dass die rot/weiss/rote Markierung in regelmässigen Abständen vorhanden ist. Wir gehen diesen Weg ungefähr eine Stunde bergan, bis zum höchsten Punkt. Danach geht es zurück zum Ausgangspunkt, wo wir unsere Fahrräder abgestellt haben. Am Abend gehen wir zum Nachtessen in den Hafen. Was haben wir wohl bestellt? Richtig, Tomatensalat und Calamares grilliert. Obwohl HR sich nicht recht wohl fühlt, er hat vermutlich auf der Wanderung einen leichten Sonnenstich eingefangen, buchen wir für morgen eine neunstündige Bootstour.

Montag, 7.9.2009
IMG 0698HR hat seinen leichten Sonnenstich «verdaut». Nach dem Frühstück fahren wir mit den Rädern zum Hafen, wo wir den Restbetrag für unseren Schiffsausflug bezahlen. Die Fahrt dauert 9 Stunden und kostet pro Person 240 Kuna, inklusive Mittagessen, Fisch oder Fleisch. Das entspricht etwa 50 Franken pro Person. Um 10 Uhr legen wir ab. Das Boot ist nicht voll besetzt, dadurch hat man etwas mehr Platz, was wir sehr schätzen. Zuerst fahren wir in die Bucht von Punat ein. Das ist eine sehr grosse Bucht mit einem sehr grossen Hafen, in welchem ungefähr 2000 Schiffe in allen Grössen und Preislagen liegen. In der Mitte der Bucht liegt eine kleine, flache, bewaldete Insel mit einem Franziskanerkloster. Weiter geht es mit unserem Boot, ein zweimastiger Lastensegler mit Baujahr 1939, Richtung Osten. Die Insel Krk wird dabei kahler und kahler, bis sie fast nur noch aus blanken Felsen besteht. Wir IMG 0724fahren zur goldenen Bucht, die nur mit Booten erreichbar ist, da sie von hohen, senkrecht ins Meer abfallenden Felsen umgeben ist. Unser Boot geht 20 Meter vom Ufer entfernt vor Anker. Mit einem Schlauchboot werden wir an den Strand gebracht, wo wir im kristallklaren Wasser baden können. In der Zwischenzeit bereitet der Kapitän mit seiner Crew, zwei Männer und eine Frau, das Mittagessen zu. Nach 90 Minuten ertönt die Schiffssirene und wir werden zum Essen abgeholt. Die Koteletten sind etwas trocken, jedoch zusammen mit dem Tomaten- und Krautsalat geht es. Nach dem Essen fahren wir weiter. Südwärts geht es über das offene Meer zu der kleinen, flachen Insel Kormati. Darauf leben nur Möwen und Albatrosse. Weiter geht es westwärts, an der Südseite der nächsten Insel entlang. Plötzlich ist Lore ganz aus dem Häuschen. Sie hat einen IMG 0732Schwarm Delphine entdeckt. Wir können sie die längste Zeit über beobachten, wie sie vor unserem Schiff schwimmen, springen und ihre Nasen ausblasen. Weiter geht es der Insel entlang, bis zu einer Steilküste mit einer Gänsegeier Kolonie. Wir bekommen zwei von ihnen zu Gesicht. Wir kommen an einer Grotte vorbei, in die man hinein schwimmen kann. Es sind jedoch nur noch wenige Mutige, die es wagen, da das Meer schon recht kühl ist. Wir fahren weiter um die Insel, zu einem letzten Ankerplatz. Plötzlich herrscht wieder Aufregung an Bord. Auf der rechten Seite, nur etwa 5 Meter vom Schiff entfernt, springt ein einzelner Delphin ein paar Mal aus dem Wasser, wo er so plötzlich wie er aufgetaucht ist, wieder verschwindet. Des guten noch nicht genug, sieht Lore vom letzten Ankerplatz aus ein Rudel Hirsche. Glücklich und zufrieden kommen wir um 19 Uhr wieder in Krk an. Zurück auf dem Campingplatz sagen uns unsere netten italienischen Nachbarn, sie hätten sich Sorgen um uns gemacht. Sie haben uns um 9 Uhr mit den Fahrrädern wegfahren, aber lange nicht mehr zurückkommen sehen. Sie hofften, dass wir keinen Unfall gehabt haben. So nette, fürsorgliche Italiener haben wir noch nicht viele getroffen, obwohl es von Italienern nur so wimmelt in Kroatien. Die Rücksichtslosen und Arroganten sind in der Überzahl, leider.

Dienstag, 8.9.2009
Wir sind nun seit drei Wochen unterwegs und sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf unserer Reise. Während des Frühstücks entdeckt Lore in der Krone des Baumes, unter dem wir stehen, einen Kobel mit vier bis fünf jungen, spielenden Eichhörnchen. Heute fahren wir weiter von Krk über eine imposante Brücke auf das Festland. Dem Meer entlang fahren wir südwärts, bis wir in Senj ins Landesinnere Richtung «Nacionalni park Plitvicka jezera» fahren. Ein letztes Mal bewundern wir die karge Schönheit der Insel Krk vom Festland aus. Durch Wälder und über Hochebenen fahren wir zum Camping Korana. Wir staunen, wie viele Leute auch hier noch unterwegs sind.

Mittwoch, 9.9.2009
IMG 0766Wir stehen früh auf, da der erste Bus um 8:30 Uhr zu den Plitvicer Seen fährt. Der Himmel ist bedeckt, es ist aber trocken. In der Nacht war es zum ersten Mal richtig kühl. Beim Eingang 1 lösen wir unsere Eintrittskarten. Wir steigen in eine enge Schlucht ein. Plötzlich fährt uns ein Schrecken in die Glieder. Was sehe wir vor uns? IMG 0794Etwas, das jeden Individualtouristen erschrecken muss, eine Horde (nicht Indianer!) Asiaten. Wir nehmen kurz Anlauf, überspringen die Hintersten und umkurven die Nächsten elegant. Schon haben wir die Spitze, sprich Anführerin mit Schirm, erreicht und umrunden auch diese, mit schon fast fernöstlicher Eleganz. Einmal an der Spitze, geben wir diese auch nicht mehr ab.
Weiter geht es entlang von imposanten Wasserfällen und wunderschönen Seen. Wir gehen nicht die Route der grossen Massen, welche einen Grossteil der Strecke auf einem der Elektroboote zurücklegen. Stattdessen umwandern wir einen Teil der Seen. Wir sind 3.5 Stunden in dieser Märchenlandschaft unterwegs.

Donnerstag, 10.9.2009 – Sonntag, 13.9.2009
IMG 0823Eigentlich wollten wir am Donnerstag noch einmal in den Park zum Wandern. Da jedoch das Wetter nicht so gut ist (stark bewölkt) entschliessen wir uns, wieder an die Küste zu fahren. Wir entscheiden uns für einen Platz in Biograd na Moru, 25 km östlich von Zadar. Wir besuchen das Städtchen, baden, fahren Rad und geniessen auch wieder einmal das Dolce far niente. Der Platz ist sehr grosszügig mit Blick auf das Meer.

Montag, 14.9.2009
Da ein Gewitter im Anzug ist, fällt uns der Aufbruch nicht schwer. Wir planen eine grössere Strecke auf die Halbinsel Peljesac zu fahren. Das auch deshalb, weil östlich von Split die Campingplätze direkt an der Küstenstrasse liegen. Wir fahren auf der Autobahn durch eine wilde, nur dünn besiedelte Gegend. In regelmässigen Abständen gibt es Übergänge für Bären und Wölfe, was uns sehr fasziniert. Wir streifen einige Gewitter, sonst ist es sehr angenehm zum Fahren, bei Temperaturen von 18-22 Grad. Während der Fahrt kommt plötzlich die Idee auf, direkt nach Dubrovnik zu fahren. Kurz entschlossen setzen wir die Idee in die Tat um. Der Küstenstrasse entlang bieten sich immer wieder wunderbare Ausblicke auf Meer und Inseln. Den Campingplatz Solitudo finden wir im zweiten Anlauf problemlos. Er sieht etwas schmutzig aus, da sich am Vormittag ein starkes Gewitter über Dubrovnik entlud. Trotzdem finden wir eine für uns passende Parzelle. Da wir den ganzen Tag nichts gegessen haben, gehen wir früh ins Restaurant zum Nachtessen. Um 21 Uhr ist Lore so müde, dass sie ins Bett geht, wo sie augenblicklich einschläft.

Dienstag, 15.9.2009
IMG 0859Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus in die Altstadt. Wir sind überwältigt von der Schönheit von Alt-Dubrovnik. Man kann das kaum beschreiben, das muss man gesehen haben.

Unter anderem besuchen wir ein Museum, in welchem die Geschichte Dubrovniks erläutert wird, welche Völker hier schon das Sagen hatten, wie Erdbeben und Tsunami Teile der Stadt zerstörten und wie Kriege der Stadt und der Bevölkerung zusetzten. Ein Raum ist als Gedenkstätte für die Opfer des Krieges von 1991 eingerichtet. Da hängen die Bilder von ungefähr 260 meist jungen Männern, welche die Stadt gegen die serbisch-jugoslawische und die montenegrinische Armee verteidigten und dabei umgekommen sind. Hier hat der Krieg plötzlich ein Gesicht. Die Stadt, auch die wunderbare Altstadt wurden vom Land und vom Meer her, sowie aus der Luft, beschossen. Das IMG 0877alles wegen ein paar Grössenwahnsinnigen, die ein Grossserbisches Reich wollten. Für uns ist es unerklärlich, dass solche Kulturgüter mit ihrer Jahrhunderte alten Geschichte, von einigen wahnsinnigen bombardiert werden konnten.
IMG 0902Nach dem Besuch der Altstadt suchen wir ein Reisebüro auf und erkundigen uns nach der Fähre Dubrovnik- Rijeka. Am Donnerstag 17.9. fährt eine los. Der Preis wäre 1815 Kuna, was etwa 360.- Franken entspricht. Wir wollen gleich buchen, da unsere ID’s jedoch in der Camping Reception sind, müssen wir das auf den Abend verschieben. Wir fahren zum Camping zurück und verbringen den Nachmittag mit Lesen. Nachdem es am Morgen leicht geregnet hat, scheint nun wieder die Sonne. Am Abend fahren wir erneut in die Stadt, buchen die Fähre und essen in einer ruhigen Seitengasse in einem gepflegten Restaurant. Die Altstadt ist auch bei Dunkelheit wunderbar. Wir schlendern noch durch die Gassen, geniessen den schönen Abend und schwärmen bereits von der Fahrt mit der Fähre, welche 21 Stunden dauern wird.IMG 0909

Mittwoch, 16.9.2009
Nach dem Frühstück gehen wir, im immer noch warmen Meer, baden. Am Nachmittag wird der Himmel immer stärker von Wolken bedeckt. Wir wollten nochmals in die Altstadt, um ein paar Bilder von der Stadtmauer her über die Altstadt zu machen. Dieses Vorhaben lassen wir nun fallen. Am Abend packen wir bis auf das Elektrokabel und die Keile alles zusammen, da wir am Morgen bereits um 8 Uhr wegfahren müssen. In der Nacht prasselt starker Regen auf unser WOMO nieder. Wir hoffen jedoch, dass das Wetter morgen wieder besser ist, damit wir eine schöne Fahrt mit der Fähre haben.

 

Donnerstag, 17.9.2009
IMG 0921Um 6:45 Uhr reist uns der Wecker aus dem Tiefschlaf. Das Gewitter und der Regen sind verklungen und es sieht recht freundlich aus. Zuerst wird das Elektrische zusammengepackt, die Stützen hochgekurbelt und das WOMO von den Keilen gefahren. Danach noch eine Dusche, bevor wir uns um 8 Uhr auf den Weg zum Fährhafen machen. Die Marco Polo liegt schon bereit. Wir werden auf eine Warteposition gewiesen. Kurz vor 8:30 Uhr, offizielle Boarding Time, kommt ein Angestellter und meldet, dass das Einschiffen auf 9 Uhr verschoben sei. Wir nehmen im Hafen Café noch einen Cappuccino und ein Gipfeli, das ist heute unser Frühstück. Pünktlich um 9 Uhr können wir IMG 0980mit dem WOMO durch den geöffneten «Schlund» auf das Schiff fahren. Wir beziehen unsere Kabine, ohne Fenster, jedoch mit WC. Um 10 Uhr geht ein Zittern durch den gewaltigen Schiffsrumpf und der durch den Kamin aufsteigende Rauch zeigt an, dass die Dieselmotoren gestartet wurden. Danach setzt sich die Marco Polo langsam in Bewegung und gleitet sanft, an den anderen Meeresriesen vorbei, aus dem Hafen. Wir stehen auf dem Oberdeck, wo wir fast den ganzen Tag verbringen, geniessen die Fahrt, vorbei an Inseln und Inselchen und IMG 1005schiessen eine Menge Fotos. Die Fähre macht drei Zwischenhalte in Korcula, Stari Grad und Split. Um 19 Uhr, die Fähre liegt gerade im Hafen von Split, gehen wir zum Nachtessen. Während dem Essen läuft die Fähre wieder aus für das letzte, aber längste Teilstück nach Rijeka. Nach dem Essen suchen wir das Dancing auf, müssen aber enttäuscht feststellen, dass es keine Musik geben wird. Also gehen wir stattdessen rechtzeitig ins Bett, da am Morgen schon um 6 Uhr das Frühstück serviert wird.

Freitag, 18.9.2009 – Dienstag, 22.9.2009
Um 5:45 weckt uns das Handy. Wir haben nicht sehr gut geschlafen, da nebst dem Stampfen der Motoren noch die ganze Nacht etwas gescheppert hat. Nach dem Frühstück geht es runter in den Schiffsbauch, den wir fast als Erste verlassen können. Unser Ziel ist ein Campingplatz ausgangs Rijeka in Richtung Pula. Als wir sehen, dass die Strasse direkt am Meer verläuft und dahinter sogleich der Berg ansteigt, alles also sehr eng ist, beschliessen wir, direkt nach Jesolo zu fahren und dort noch bis zum nächsten Dienstag zu bleiben. Wir finden einen schönen, aber zu straff organisierten Platz, den Jesolo International. Wir werden mit einem silberfarbenen Erkennungsarmband, das man selbst zum Schlafen nicht abziehen kann, markiert wie ein Stück Vieh. Zusätzlich erhält jedes von uns einen elektronischen Schlüssel, mit welchem man den Platz Richtung Meer verlassen und von dort wieder betreten kann. Weiter erhalten wir eine 40 Seiten starke Broschüre, worin alles aufgelistet ist, was der Platz bietet. Das meiste davon wird jedoch schon nicht mehr geboten. Auch der Pool ist nur noch bis Sonntag geöffnet, was wir nicht ganz verstehen, da der Platz noch bis Ende September offen ist. Wir verbringen die restlichen Tage mit Radfahren, schwimmen im Pool, lesen und faulenzen.

Die Heimfahrt verläuft problemlos, so dass wir am 22.9.2009 um 17 Uhr zu Hause sind. Der Kilometerzähler zeigt 27'836. Wir haben in diesen Ferien also 2'721 km zurückgelegt.